Was macht eine Kassenärztliche Vereinigung?

Wer gesetzlich krankenversichert ist und eine Arztpraxis besucht, zeigt dort meist nur die Gesundheitskarte. Eine Rechnung bekommt die Patientin oder der Patient in der Regel nicht.

Damit das funktioniert, muss im Hintergrund vieles organisiert werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Kassenärztliche Vereinigung, kurz KV.

Was ist eine Kassenärztliche Vereinigung?

Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind Teil der ärztlichen Selbstverwaltung. In Deutschland gibt es 17 regionale KVen, deren Bezirke mit einer Ausnahme mit den Grenzen der Bundesländer übereinstimmen.

Sie sind gesetzlich legitimiert und übernehmen staatliche Aufgaben. Dabei arbeiten sie selbstständig, aber innerhalb klarer gesetzlicher Regeln.

Die Kassenärztliche Vereinigung organisiert die ambulante Versorgung gesetzlich versicherter Menschen in ihrer Region.

Zu ihren Mitgliedern gehören vor allem Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die gesetzlich Versicherte ambulant behandeln. Man kann aber nicht einfach so Mitglied der KV werden. Um vertragsärztlich behandeln zu dürfen und damit ordentliches Mitglied der KV zu sein, braucht man eine Genehmigung: die sogenannte Zulassung.

Darüber entscheidet der jeweilige Ausschuss einer KV. Nach erfolgreicher Zulassung ist die Person Vertragsärztin oder Vertragsarzt. Als solche bzw. solcher ist man zwar freiberuflich tätig, aber in ein System von öffentlich-rechtlichen Verträgen eingebunden, die mit Rechten (z. B. Behandlung von Kassenpatientinnen und -patienten) und Pflichten (z. B. Teilnahme am Notdienst) einhergehen.

Sie organisiert die Versorgung

Eine zentrale Aufgabe der KV ist es, dafür zu sorgen, dass gesetzlich Versicherte ausreichend ambulant versorgt werden.

Gemeinsam mit den Krankenkassen plant sie, wie viele Hausarztpraxen, Facharztpraxen und psychotherapeutische Praxen in einer Region gebraucht werden.

Dieser sogenannte Bedarfsplan ist eine Grundlage über die Entscheidung einer vertragsärztlichen Zulassung durch den entsprechenden Ausschuss. Gibt es beispielswiese in einem Bezirk zu viele Vertragsärztinnen oder Vertragsärzte einer bestimmten Facharztrichtung, ist die Eröffnung einer Praxis für eben diese sehr schwer.

Außerdem organisiert die KV den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Er hilft bei dringenden medizinischen Beschwerden außerhalb der üblichen Sprechstunden und ist bundesweit über die Telefonnummer 116117 erreichbar.

Sie kümmert sich um Abrechnung und Honorar

Praxen schicken ihre Abrechnungen nicht einzeln an jede gesetzliche Krankenkasse. Sie reichen ihre Leistungen bei der KV ein.

Die KV prüft die Angaben und berechnet, welches Honorar die Praxis erhält. Außerdem verhandelt sie mit den Krankenkassen darüber, wie viel Geld für die ambulante Versorgung zur Verfügung steht.

Die KV ist damit eine wichtige Verbindung zwischen Praxen und gesetzlichen Krankenkassen.

Sie sichert Qualität und unterstützt Praxen

Für manche Untersuchungen und Behandlungen brauchen Ärztinnen und Ärzte eine besondere Genehmigung der KV. Dafür müssen sie bestimmte Qualifikationen oder technische Voraussetzungen nachweisen.

Die KV berät ihre Mitglieder außerdem bei Fragen zur Abrechnung, Niederlassung oder Qualitätssicherung. Gleichzeitig vertritt sie deren wirtschaftliche, berufspolitische und gesundheitspolitische Interessen gegenüber Krankenkassen und Politik.

Ärztekammer und KV: Wo liegt der Unterschied?

Ärztekammer und KV gehören beide zur ärztlichen Selbstverwaltung. Sie haben aber unterschiedliche Aufgaben.

Die Ärztekammer kümmert sich um den ärztlichen Beruf, zum Beispiel um Berufsordnung, Weiterbildung und Fortbildung.

Die KV organisiert dagegen die ambulante Versorgung gesetzlich Versicherter.

Vereinfacht gesagt: Die Ärztekammer regelt den ärztlichen Beruf. Die KV organisiert die ambulante Versorgung.

Und was ist die KBV?

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, kurz KBV, ist der Dachverband der 17 KVen.

Sie übernimmt Aufgaben auf Bundesebene, verhandelt dort mit den gesetzlichen Krankenkassen und vertritt die Interessen der Vertragsärztinnen, Vertragsärzte sowie Vertragspsychotherapeutinnen und Vertragspsychotherapeuten gegenüber der Bundespolitik.

Kurz gesagt

Die Kassenärztliche Vereinigung sorgt dafür, dass die ambulante Versorgung gesetzlich Versicherter funktioniert.

Sie plant Versorgungsangebote mit, organisiert den Bereitschaftsdienst, prüft Abrechnungen, verteilt Honorare und sichert die Qualität.

Take-aways: Kassenärztliche Vereinigung

  • Die KVen sind Teil der ärztlichen Selbstverwaltung.
  • Sie organisieren die ambulante Versorgung gesetzlich Versicherter.
  • Sie planen Versorgungsangebote mit und organisieren den Bereitschaftsdienst.
  • Sie prüfen Abrechnungen und verteilen Honorare.
  • Sie sichern Qualität und unterstützen ihre Mitglieder.