Keine Zugangsdaten? Hier registrieren

Passwort vergessen? Hier klicken

Aktuelle Pressemitteilung

Auf dieser Seite finden Sie immer unsere aktuellste Pressemitteilung.
Alle älteren Pressemitteilungen liegen in unserem Pressearchiv.

Pressemeldung
25.06.2021

Jetzt auch in Rheinland-Pfalz: „Die Grippeimpfung in Apotheken ist Unsinn!“

Mainz/Wiesbaden, 25. Juni 2021: In Rheinland-Pfalz soll zur Grippesaison 2021/22 das bundesweit 5. Modellprojekt zur Grippeimpfung in Apotheken starten. Der Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten kritisiert die Initiative des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz und der AOK.

"Es ist schon erstaunlich, wie leichtfertig hier mit der Ausübung der ärztlichen Heilkunst umgegangen wird. Impfen ist eine originäre ärztliche Aufgabe, bei der es um mehr als die Verabreichung eines Impfstoffes geht. Wenn uns die Corona-Pandemie etwas gelehrt hat, dann, dass die Ärztinnen und Ärzte bereit und fähig sind, innerhalb kürzester Zeit einen Großteil der Bevölkerung zu impfen", stellt BDI Präsidentin Christine Neumann-Grutzeck entschieden fest.

"Selbst als Ärztinnen und Ärzte letztes Jahr Arzneimittelregresse befürchten mussten, falls die bestellten Grippeimpfstoffe nicht verbraucht werden sollten, bestellten viele von ihnen zusätzlich Impfstoff", stellt BDI-Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz, Dr. Heinz Rauch, fest. Dies zeigt einmal mehr, dass eine optimale Behandlung der Patientinnen und Patienten im Vordergrund steht.

In dieser Situation, in der es nicht an der Impfbereitschaft der Ärztinnen und Ärzte mangelt, sondern an ausreichend Grippeimpfstoff, ist es vollkommen unverständlich, dass eine Krankenkasse ihre Versicherten in Apotheken impfen lassen will. Zudem vorhergehende Modellprojekte mehr als enttäuschend verliefen. So wurden pro teilnehmender Apothekerin und Apotheker in einem vergleichbaren Modellprojekt nicht einmal zwei Impfungen verabreicht - und das in fünf Monaten. Dies zeigt mehr als deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger ein solches Angebot nicht benötigen. Warum die AOK in Rheinland-Pfalz hierfür Gelder der Solidargemeinschaft aufwendet, ist nicht nachvollziehbar.

Jede Impfung ist ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Patienten. Hierbei kann es auch zu Komplikationen, wie etwa allergischen Reaktionen kommen, die schnelles ärztliches Handeln erfordern. Deshalb gehören Impfungen in ärztliche Hand. Es ist völlig überflüssig, hierfür nichtqualifizierte Apothekerinnen und Apotheker einbeziehen zu wollen.

Als PDF herunterladen
Pressemeldung
19.04.2021

Umfrage zeigt: Bürokratie bremst die Corona-Impfung in den Praxen aus

Wiesbaden, 19. April 2021: Eine Mitgliederbefragung des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI) zum offiziellen Corona-Impfstart in den Praxen belegt, dass Bürokratie weiterhin das Impftempo hemmt. Allein in internistischen Praxen könnten mindestens 2,5 Millionen Impfdosen pro Woche verimpft werden.

"Die Politik muss die bürokratischen Fesseln lösen, damit wir den Impfturbo in den Praxen nachhaltig zünden können", fordert BDI-Präsidentin Christine Neumann-Grutzeck: "Die täglich verabreichten Impfdosen haben sich in den letzten beiden Wochen an den Tagen, an denen die niedergelassenen Kolleg:innen geimpft haben, verdreifacht. Es wäre aber noch deutlich mehr möglich, wenn die Politik bessere Bedingungen schafft."

An der BDI-Umfrage haben sich seit dem Impfstart mehr als 750 hausärztlich (zwei Drittel) und fachärztlich (ein Drittel) Niedergelassene beteiligt. Besonders deutlich wird der Aufwand für die Corona-Schutzimpfung im Vergleich zur saisonalen Grippeimpfung, die jedes Jahr millionenfach in den Praxen durchgeführt wird: 75 Prozent der Befragten gaben an, dass sie für eine Corona-Impfung inklusive Vor- und Nachbereitung mindestens doppelt so lange benötigen wie für eine Grippeimpfung.

Basierend auf den Angaben der befragten Internist:innen geht der BDI in einer konservativen Schätzung davon aus, dass die 29.000 internistischen Vertragsärzt:innen in Deutschland unter optimalen Bedingungen knapp 2,5 Millionen Impfdosen pro Woche verabreichen könnten. "Wir müssen jetzt optimale Bedingungen schaffen, damit - sobald zeitnah deutlich mehr Impfstoff in die Praxen kommt - diese Zahlen auch erreicht werden können", fordert die BDI-Präsidentin.

Dafür müssten sowohl die niedergelassene Haus- als auch Fachärzt:innen flächendeckend mit Impfstoff beliefert werden. Zudem müsse es vorrangig um das Impfen und nicht die Dokumentation gehen. Auch die Vergütung der Corona-Impfung sehen über 70 Prozent der Befragten als zu niedrig an. "Niemand will an der Pandemie Geld verdienen, aber natürlich muss der Aufwand auch angemessen vergütet werden", so Neumann-Grutzeck.

Eine Verteilungskampfdebatte zwischen Niedergelassenen und den Impfzentren um verfügbaren Impfstoff will die BDI-Präsidentin dabei jedoch nicht aufkommen lassen: "Das Votum unserer Mitglieder ist sehr differenziert in der Diskussion über das Für und Wider der Impfzentren. Am Ende darf in der aktuellen Lage aber nur das Impftempo zählen. Es kann nicht sein, dass verfügbare Impfstoffe irgendwo ungenutzt verkommen."

Als PDF herunterladen

Copyright 2015 | Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten e.V.