Auch dieses Jahr wird zahlreiche politische Herausforderungen mit sich bringen. Zwei gesundheitspolitische Themen waren auch Gegenstand unserer Mitgliederversammlung am 10.11.2025. Die Mitgliederversammlung begann mit zwei Impulsvorträgen:
Der erste Vortrag befasste sich mit dem aktuellen Stand der Krankenhausreform und des Krankenhaus Reformanpassungsgesetzes. Von Seiten der Inneren Medizin gibt es folgende Punkte zu kritisieren: Streichung beziehungsweise nicht Berücksichtigung der Leistungsgruppen Infektiologie und Angiologie. Die personelle Ausgestaltung der Leistungsgruppe Geriatrie und die weiterhin geltende Fall basierte Vorhaltevergütung. Die einzelnen Problemfelder kann man noch einmal sehr gut in der Stellungnahme des BDI zum KH AG nachlesen (www.bdi.de/politik-und-presse/politik/stellungnahmen/).
Anschließend erläuterte Dr. med. Tappe, erster Vorsitzender des Berufsverbandes für niedergelassene Gastroenterologen e.V. (BNG), die aktuellen Herausforderungen in der medizinischen ambulanten Versorgung, insbesondere die steigenden Kosten für Krankenversicherung und ambulante Behandlung. Bemerkenswert ist, dass 20 % der Versicherten zu häufig verschiedene Ärzte aufsuchen, während 80 % die Versorgungswege einhalten.
Ob bei dem sogenannten Primärarztsystem der Allgemeinmediziner es sich leisten kann, als Manager zu arbeiten und die Vielzahl der Fachgruppen abzudecken, muss sehr bezweifelt werden. Die Politik wird es allerdings voraussichtlich nicht schaffen, im Jahr 2026 grundlegende Änderung in der Steuerung der medizinischen Versorgung durchzuführen. Hier ist somit insbesondere eine klare Positionierung der Fachrichtungen im Vorfeld erforderlich.
In Zukunft wird es sicher eine Umstellung von stationären auf ambulante gastroenterologische Leistungen geben. Rein stationäre Gastroenterologie-Abteilungen werden wahrscheinlich nur noch 20 Betten brauchen. Zwingend ist die Notwendigkeit die Vergütungssysteme zwischen der ambulanten und der stationären Versorgung zu harmonisieren.
Im Rahmen der Mitgliederversammlung waren auch Vorstandswahlen erforderlich. Professor Dr. med. Joachim Labenz und Dr. med. Siegfried Heuer wurden als erster und zweiter Vorsitzender wieder gewählt. Zum Beisitzer gewählt wurden Professor Dr. med. Frank Lenze und Dr. med. Rafique Rahimzai.
Der neue Vorstand soll in Zusammenarbeit mit dem BDI im Jahr 2026 insbesondere die Gespräche mit der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS), der Arbeitsgemeinschaft leitender gastroenterologischer Krankenhausärztinnen und -ärzte e.V. (ALGK) und dem BNG führen zu einer Koordinierungsverbesserung der Zusammenarbeit mit diesen gastroenterologischen Partnergesellschaften. In einer gemeinsamen Orchestrierung können wir gegenüber der Politik sicher mehr erreichen.
Auch 2026 stehen wir also vor herausfordernden Aufgaben, die wir mit Augenmaß, Mut und Zuversicht in schwierigen Zeiten gemeinsam angehen sollten.
Ihr
Dr. med. Siegfried Heuer
Vorsitzender der Sektion Gastroenterologie
Erschienen in "Die Gastroenterologie" 1/2026
