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Oktober 2014
BDI aktuell
Panorama
ZITIERT
Würde ich noch Ver-
bandsverantwortung
tragen, wäre ich
wahrscheinlich auch
nicht in Jubelschreie
ausgebrochen. Der
Verhandlungsspiel-
raum der Körper-
schaft jedoch ist
durch das SGB V
limitiert.
Dr. Andreas Gassen
,
Vorsitzender der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung, über das Ergebnis
der Honorarverhandlungen.
TOMICEK’S WELT
Landtagswahlen
Ein klimatisiertes Einzelgehege,
mehr Nahrung: „Das will ich
auch“, dachte sich offenbar eine
Pandabärin aus der Aufzuchtstation
von Chengdu in der südwestchine-
sischen Provinz Sichuan.
Kurzerhand wurde Bärin Ai Hin
schwanger. Sie zeigte die klassi-
schen Symptome – weniger Appetit
und weniger Lust auf Bewegung.
Sogar der Hormonausstoß sei er-
höht gewesen, berichtet „Spiegel
online“. Das erfreute nicht nur Ai
Hin selbst, sondern ganz China.
Mit viel Aufwand planten die Chi-
nesen die weltweit erste Live-Über-
tragung einer Riesenpanda-Geburt.
Doch aus den Plänen wird erst-
mal nichts. Wie sich vor Kurzem
herausstellte, hat Pandabärin Ai
Hin die Schwangerschaft offenbar
nur vorgetäuscht. Die Pandabärin
wollte so wohl auch in den Genuss
der bevorzugten Behandlung ihrer
schwangeren Artgenossen kommen.
Ob dies ein Einzelfall ist, darüber
streiten Experten noch.
(jvb)
Pandabärin
erschummelt
sich Privilegien
AUCH DAS NOCH
Musik dröhnt aus einem Transistorra-
dio in einem Eckcafé in Monrovia, der
Hauptstadt Liberias. Der Song hat ei-
nen gefälligen Dance-Beat, die Melo-
die geht ins Ohr. Aber die Botschaft ist
ernst: „Lass die Angst los, versteck
Dich nicht. Menschen können Ebola
überleben“, rappt Charles Yegba. Der
Rapper will den Menschen in Liberia
Hoffnung machen. Hunderte sind in
dem westafrikanischen Land schon an
Ebola gestorben.
Der „Ebola Rap“ ist ein Beispiel für
Hipco, eine Mischung aus Hip-Hop,
Rap und traditionellen Rhythmen,
kombiniert mit Umgangssprache und
politischen Botschaften. Dieser in Af-
rika einzigartige Musikstil wurde in Li-
beria während des blutigen Bürger-
kriegs in den 90er Jahren populär.
Liedtexte zur Aufklärung
Yegba und andere Musiker nutzen
Hipco, um vor den Gefahren von Ebo-
la zu warnen. Es gibt Lieder über vor-
beugende Maßnahmen, Liedtexte, die
gegen den Mythos angehen, dass es
Ebola gar nicht wirklich gebe, und sol-
che, die darüber informieren, wie man
traditionelle Verhaltensweisen so ver-
ändern kann, dass das Ansteckungsri-
siko minimiert wird.
„State of Emergency“, was über-
setzt „Notstand“ bedeutet, von den
Rappern Tan Tan B und Quincy B
klärt darüber auf, wie ansteckend Ebo-
la ist. „Ich habe eine Mutter weinen
sehen, sie hat gerade ihren Sohn verlo-
ren. Ich glaube, ich kann ihr helfen,
denn sie möchte mitfahren. Aber dann
warnt mich mein Baby: Hilf ihr, und
wir sterben alle.“
„Die Lieder sind gut. Sie steigern
das Bewusstsein für Ebola“, sagt der
Journalist Calvin Brooks. Es sei eine
gute Idee, Hipco zu nutzen. Denn
Musik sei aus dem täglichen Leben in
Liberia nicht wegzudenken. Die Men-
schen hören Hipco im Radio oder
Fernsehen, die Musik läuft zu Hause,
im Laden und beim Friseur. Hits wer-
den zu Handy-Klingeltönen, Kinder
singen sie in den Straßen.
Unicef kooperiert mit Musikern
„Hipco ist ein wichtiger Teil der Kul-
tur“, erklärt Adolphus Scott vom
UN-Kinderhilfswerk Unicef in Libe-
ria. „Hipco gibt den Menschen eine
Stimme und lässt sie Themen anspre-
chen, die ihnen wichtig sind.“ Unicef
und das Gesundheitsministerium ar-
beiten mit einigen Musikern und einer
Radiostation zusammen, um Informa-
tionen über Ebola zu verbreiten.
So sponserte die UN die Hipco-
Sänger Deng, SoulFresh und FA. Sie
haben das Lied „Ebola is Real“, zu
Deutsch: „Ebola gibt es wirklich“,
produziert. Damit die Nachricht auch
älteres Publikum erreicht, half Unicef
der Gruppe Crusaders for Peace, ein
Ebola-Lied mit traditioneller Musik
aufzunehmen. Die Songs laufen auf
Dutzenden Radiosendern rauf und
runter.
Ziel sei es, die Verleugnung der Ge-
fahr in den Griff zu bekommen, sagt
Scott vom UN-Kinderhilfswerk. Ge-
rüchte, Schauermärchen und ein
Nicht-Wahrhaben-Wollen sind in Li-
beria weit verbreitet. Die Infektions-
zahlen steigen dort weiter rasant,
warnt die WHO. Manche glauben, die
Regierung bringe Berichte über Ebola
in Umlauf, um an Spendengelder zu
kommen. Andere vermuten, dass aus-
ländische Helfer das Virus nach Afrika
gebracht haben.
Die Ebola-Songs müssen sich aller-
dings gegen düstere Konkurrenz
durchsetzen: Lieder in Weltunter-
gangsstimmung wie „Ebola in Town“
(„Ebola ist in der Stadt“) von den
Rappern Shadow und D-12 liegen
ebenfalls im Trend. Texte wie „Ebola
ist sehr böse, es killt dich super-
schnell“ können einigen Schaden an-
richten, fürchten Experten.
Ebola hat Land in Angst gestürzt
„Ich fühle mich schlecht, wenn ich
diese negativen Songs höre“, sagt die
28-jährige Studentin Comfort John-
son. „Ebola hat das Land in Angst ge-
stürzt, und diese Songs erinnern mich
an die Menschenleben, die Ebola kos-
tet.“ Die ersten Ebola-Fälle in Westaf-
rika sind Ende November 2013 aufge-
treten.
(dpa)
Ebola-Rap: Coole Beats mit
einer ernsthaften Botschaft
Von Kristin Palitza
Noch immer glauben viele
Menschen in Westafrika
nicht einmal, dass es Ebola
überhaupt gibt. Hip-Hop-
Musiker in Liberia wollen
mit ihren Liedern die Bevöl-
kerung aufklären. Doch es
gibt düstere Konkurrenz.
Rappen über Ebola: Ston Gray, Shinning Man, JB von der Radiostation Hott FM, Rappers DenG und F.A (v.l.) mit Adolphus Scott von
Unicef (3. v.r.).
© UNICEF LIBERIA/DPA
Ich habe eine
Mutter weinen
sehen, sie hat
gerade ihren
Sohn verloren.
Ich glaube, ich
kann ihr helfen,
denn sie möchte
mitfahren. Aber
dann warnt mich
mein Baby:
Hilf ihr, und wir
sterben alle.
Textauszug aus dem Lied
„State of Emergency“
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