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„Die Lieder sind gut. Sie steigern das
Bewusstsein für Ebola.“
RAP IM RADIO ZUR AUFKLÄRUNG ÜBER EBOLA
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Das Bundesversicherungsamt rügt die
Kassen. Nachholbedarf sieht es auch
bei der Integrierten Versorgung.
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BERUFSPOLITIK
Bei herzkranken Patienten mit
Schlafapnoe gibt es erste Hinweise
auf Prognoseverbesserung.
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PAP-BEHANDLUNG
MITGLIEDERZEITUNG BERUFSVERBAND DEUTSCHER INTERNISTEN BDI E.V.
PVST 58132 NR. 10, OKTOBER 2014
DIE INHALTE VON BDI AKTUELL FINDEN SIE AUF
Als der KBV-Vorsitzende
Dr. Andreas Gassen nach
Abschluss der Verhandlun-
gen mit dem GKV-Spitzen-
verband das Honorarplus
von 850 Millionen Euro für
2015 verkündete, war das
Erstaunen groß. Schließlich
hatte die KBV selbst im Vor-
feld von zu erwartenden fünf
Milliarden Euro gesprochen,
schon aufgrund des Inflati-
onsausgleichs und des bis-
lang unbezahlten Leistungs-
volumens. Dagegen machten
sich die 850 Millionen direkt
schäbig aus.
Doch es war allzu naiv,
wirklich mit fünf Milliarden
zu rechnen, gab BDI-Präsi-
dent Dr. Wolfgang Wesiack
beim Deutschen Internisten-
tag mehrfach zu bedenken.
Ein Honoraranstieg in der
GKV ist nur in einem gerin-
gen Rahmen möglich, der
durch das SGB V vorgege-
ben ist. Im Kollektivvertrag
gibt es dazu keine Alternati-
ven.
(KS)
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Wesiack: Größere
Steigerung war
nicht drin!
HONORAREINIGUNG
Der Berufsverband Deutscher Inter-
nisten (BDI) hat von Bundesärzte-
kammer (BÄK) und privater Kran-
kenversicherung (PKV) Klarheit
über die GOÄ-Reform gefordert.
Deren Rahmenvereinbarung enthalte
zu viele offene Fragen. Sie könnte zu
einem „Edel-EBM“ führen, befürch-
tet der BDI-Vorstand. Die Verhand-
lungsführer von BÄK und PKV spre-
chen von Fehlinterpretation.
Auf dem Deutschen Internisten-
tag in Berlin kam es zur offenen Aus-
sprache: BDI-Präsident Dr. Wolf-
gang Wesiack trug die Bedenken des
Verbands vor. „Wir haben große Sor-
ge, dass viele Elemente, die wir vom
EBM kennen, in die GOÄ einfließen
sollen.“ Er nannte die Gefahr von
Budgets, oder dass Analogziffern im
Einvernehmen mit der PKV zu Ge-
bührenordnungspositionen
umge-
wandelt werden, und so ein Leis-
tungskatalog für die private Kranken-
versicherung definiert wird. Wenn
sich die PKV immer mehr der GKV
annähere, so Wesiack, werde die
GOÄ zu einem „Edel-EBM“.
Von „Budget“ keine Rede
Die Verhandlungsführer wiesen die-
sen Verdacht entschieden von sich.
Dr. Volker Leienbach, Geschäftsfüh-
rer des PKV-Verbands, zeigte Ver-
ständnis für die Sorgen des BDI,
wies aber darauf hin, dass sich in der
Rahmenvereinbarung weder das
Wort „Budget“ noch „Annäherung
an den EBM“ finde, sondern das
Stichwort
„Einzelleistungsvergü-
tung“. Es gebe einen gemeinsamen
Konsens zwischen BÄK und PKV,
dass die Vergütung auf betriebswirt-
schaftlicher Grundlage kalkuliert
werden solle. Das bedeute nicht, dass
weniger Geld gezahlt werde.
Auch der BÄK-Verhandlungsfüh-
rer Dr. Theodor Windhorst, Präsi-
dent der Ärztekammer Westfalen-
Lippe, zeigte Verständnis für die Sor-
gen der Internisten und akzeptierte
den Vorwurf der Intransparenz. Er
versprach, das zu ändern, indem man
jetzt schon die Vertreter der Fach-
gruppen in die Diskussion mit einbe-
ziehen werde.
Abschluss Ende des Jahres?
Die BÄK habe ihren Teil – mehr als
4000 Gebührenordnungspositionen
– abgearbeitet, aber noch nicht mit
der PKV in Einklang gebracht. Da-
her sei es schwierig, jetzt abzuschät-
zen, wann man fertig werde. Geplant
ist ein Abschluss zum 31. Dezember
2014. Windhorst warb dafür, Grund-
vertrauen in die Verhandlungsführer
zu haben. Alle, die sich jetzt kritisch
äußerten, seien „Politiker“ ohne Nä-
he zu den Verhandlungen. Man kön-
ne keinen Stichtag nennen, an dem
alles fertig sei. Deshalb brauche man
eine Beratungskommission, um gege-
benenfalls nachzujustieren. Es werde
aber sicher keine Dauerkontrolle der
Gebührenordnungspositionen geben,
sondern nur für einen begrenzten
Zeitraum.
„Wir brauchen eine dreijährige
Nachsorgezeit, um nachzujustieren“,
bestätigte Leienbach. Auf keinen Fall
wolle man eine Einheitsversicherung.
„Die PKV lebt vom Unterschied.“
Die BDI-Spitze nahm das zur
Kenntnis, blieb aber skeptisch. Dr.
Hans-Friedrich Spies, Zweiter Vize-
präsident des BDI: „Wenn Sie nichts
verändern wollen und alles bleibt,
wie es ist, warum dann eine Rahmen-
vereinbarung? Wir könnten alles
beim Alten lassen, mit höherer Be-
wertung und ohne eine andere Syste-
matik.“
Kommt der Budgetdeckel
auch für privatärztliche
Leistungen? Das lässt laut
BDI die Rahmenvereinba-
rung zur GOÄ-Reform ver-
muten. Doch Bundesärzte-
kammer und PKV streiten
ab: Keine Budgetgrenzen
durchs Hintertürchen!
GOÄ-Reform: BDI warnt vor
heimlicher Budgetierung
Wir haben große
Sorge, dass viele
Elemente, die wir
vom EBM kennen,
in die GOÄ
einfließen sollen.
Dr. Wolfgang Wesiack
BDI-Präsident
Ein Deckel aufs Budget soll es bei Leistungen nach GOÄ nicht geben, sagt der PKV-Verbands-Chef.
© JOACHIM WENDLER/FOTOLIA.COM
Von Klaus Schmidt
Der Deutsche Internistentag am
11. und 12. September in Berlin
war wieder ein voller Erfolg, sagt
BDI-Präsident Dr. Wolfgang We-
siack. Neben spannenden medizi-
nischen Höhepunkten aus den
verschiedenen
internistischen
Schwerpunkten, waren auch die
berufspolitischen
Diskussionen
gut besucht.
So beschäftigte sich eine Veran-
staltung mit der Tätigkeit des Ho-
norararztes. Als Honorarärzte sind
niedergelassene Vertragsärzte zu
verstehen, die auch in der Klinik
tätig sind. Dies ist ein besonderes
Qualitätsmerkmal, da so eine sek-
torenübergreifende
Versorgung
der Patienten aus einer Hand er-
möglicht wird. Doch in der Praxis
wird dies durch einige Hürden
konterkariert (siehe Seite 2).
Bei der Delegiertenversamm-
lung stellte Gesundheitsökonom
Professor Günter Neubauer ein
neues DRG-Konzept vor. Der
BDI hatte ihn mit einem entspre-
chenden Gutachten dazu beauf-
tragt. Ziel ist es, den Druck zur
Rationalisierung bei ärztlichen
Leistungen im Krankenhaus zu
mindern. Denn Neubauers Analy-
se zeigt: Vor allem bei internisti-
schen DRG wurde in den vergan-
genen Jahren gespart, um Kosten-
steigerungen auszugleichen. Die
Folge ist eine Arbeitsverdichtung
für Ärzte (siehe Seite 4).
Weitere Themen vom Internis-
tentag:
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BERUFSPOLITIK
Internistentag –
ein voller Erfolg
Aufgrund der immer älter werden-
den Gesellschaft und der zunehmen-
den Lebenserwartung spielen die Ge-
riatrie und auch die geriatrische Ne-
phrologie eine immer wichtigere Rol-
le in der Medizin. Die Behandlung
von Nierenerkrankungen im Alter
setzt sich oft aus einer komplexen
medikamentösen Therapie zusam-
men; zudem hat die ältere Bevölke-
rung nicht selten multiple Komorbi-
ditäten. Weiterhin werden aufgrund
von anatomischen und physiologi-
schen Veränderungen der Niere nor-
malerweise einfache Behandlungs-
methoden zu komplexen Geflechten
aus therapeutischen Strategien. Da-
rüber hinaus kommt es, bedingt
durch den schwierigen vaskulären
Zugang und das erhöhte Auftreten
von kardiovaskulären Erkrankungen,
häufiger zu Schwierigkeiten während
der Dialyse.
Die Entwicklung von optimalen
diagnostischen Verfahren und For-
meln, die Entscheidung, welche diag-
nostischen Verfahren angewandt
werden sollten, um den Patienten
den größtmöglichen Vorteil zu bie-
ten, spielen bei Älteren eine extrem
wichtige Rolle. Medizinische und
ethische Aspekte sind miteinander in
einem komplexen System verfloch-
ten. Der Nephrologe spielt eine es-
senzielle Rolle in der Versorgung der
Patienten. Dieser Artikel diskutiert
die
häufigsten
nephrologischen
Komplikationen im Alter und erläu-
tert, was man bei der Behandlung
berücksichtigen sollte.
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Geriatrische Nephrologie: Besonderheiten
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