Folgen Sie uns auf:



Keine Zugangsdaten? Hier registrieren

Passwort vergessen? Hier klicken

Aktuelles aus der Inneren Medizin

Einigkeit macht tatsächlich stark

Der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin ist immer wieder ein Beweis dafür, welche Bedeutung diesem Fach im Gesamtkontext von Wissenschaft und Versorgung in der Medizin zukommt. Gleichgültig, ob diese Veranstaltung in Mannheim oder in Zukunft wieder in Wiesbaden stattfinden wird. Dabei darf man nicht übersehen, dass die Innere Medizin unverändert ein bedrohtes Fach ist. Internisten gibt es mit und ohne Schwerpunkt. Internisten arbeiten in der hausärztlichen Versorgung und werden dort übrigens immer wichtiger. Die Internisten sind als Fachärzte in Klinik und Praxis tätig, gleichgültig, ob Spezialist oder Generalist. Internisten sind eben allgegenwärtig. Um es einfacher auszudrücken, sie werden überall gebraucht. Dies macht sie so wichtig für die gesamte Patientenversorgung in Deutschland, aber auch immer wieder anfällig für Spaltungstendenzen, die dieses Fach elementar bedrohen können. Besonders die Finanzierung und die damit verbundene Budgetierung unseres Gesundheitswesens in Klinik und Praxis führt zwangsläufig zu Verteilungskämpfen mit einer hohen innerverbandlichen Sprengkraft. Dabei geht es nicht nur um das Honorar, sondern auch um den Zuschnitt von Krankenhausabteilungen. Dem Zusammenhalt unseres Faches ist dies alles andere als zuträglich.

Nur die gemeinsame Identifikation über das Fach Innere Medizin hält sowohl die Fachgesellschaft als auch den Berufsverband zusammen. Diese Erkenntnis hat sich zunehmend durchgesetzt. Besonders die Schwerpunkte haben erkannt, dass man unter dem Dach der Inneren Medizin auf allen Ebenen erfolgreicher arbeiten kann. Einigkeit macht in diesem Falle tatsächlich stark. Somit lassen sich die Internisten nicht mehr so einfach wie früher auseinander dividieren. Dies gilt umso mehr für die Fachgesellschaft DGIM und für den Berufsverband BDI. Unter der Präsidentschaft von Frau Prof. Schumm-Draeger sind die beiden Verbände enger zusammengerückt. Berufsverband und Fachgesellschaft ergänzen sich ohnehin gegenseitig und werden sich in Zukunft bei den gemeinsamen Schnittmengen mehr verständigen und abstimmen als seither.

Als vorbildhaft muss das gemeinsame Vorgehen bei der Reform der Musterweiterbildungsordnung erwähnt werden. Prof. Hallek für die Deutsche Gesellschaft und Dr. Schröter für den Berufsverband haben hier eine Koordinationsfunktion wahrgenommen, die über die Verbände hinaus sehr positiv aufgenommen wurde. Bei dem Thema Weiterbildung wird die Innere Medizin aber auch ihre Abgrenzung z.B. zu den operativen Fächern regeln müssen. Die invasiven Verfahren, vor allem bei den Gastroenterologen und nicht zu vergessen, den Kardiologen und Angiologen konkurrieren zunehmend mit den Methoden unserer chirurgischen Kolleginnen und Kollegen. Hier müssen wir im Interesse der kollegialen Zusammenarbeit wieder zu einem Konsens kommen, auch dies ist eine gemeinsame Aufgabe von Fach- und Berufsverband.

Die Baustellen in unserem Gesundheitswesen werden insgesamt weiter zunehmen. Erwähnen möchte ich hier vor allem die Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte. Dieses Thema ist im Gesamtkontext unseres Gesundheitswesens hoch politisch und betrifft die Ärzte in Praxis und im Krankenhaus. Es geht vordergründig um die Frage, was aus der privaten Krankenversicherung in Deutschland wird. Nähert sie sich in Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung an oder geht sie, wie viele Parteien und Politiker wollen, in dieser sogar auf. Bei dieser entscheidenden ordnungspolitischen Diskussion geht es nicht nur um eine Gebührenordnung sondern vor allem um unsere Freiberuflichkeit, und damit um das Arzt-Patienten-Verhältnis. Es wird spannend. Diese entscheidende Frage wird nach der nächsten Bundestagswahl zu beantworten sein.

Ihr
Dr. med. Hans-Friedrich Spies
Präsident BDI e.V.

Copyright 2015 | Berufsverband Deutscher Internisten e.V.