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Aktuelles aus der Inneren Medizin

In medias res

Von Christine Neumann-Grutzeck

Präsidentin des BDI

Der Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses (EBA), den bundesweiten Orientierungspunktwert nur um 1,25% zu steigern, ist absolut unzureichend und honoriert – gerade in der Pandemie – in keiner Weise die hohe Leistungsbereitschaft der Ärztinnen und Ärzte. Als Hamburgerin erinnere ich mich genau, wie Gesundheitsminister Jens Spahn bei dem Besuch der KV Hamburg die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte als den ersten Schutzwall gegen Corona gelobt hat. Und nun reicht der erhöhte Punktwert gerade einmal, um unseren Medizinischen Fachangestellten, die in den letzten Monaten ebenfalls Herausragendes geleistet haben, eine Corona-Prämie zu zahlen. Der Mehraufwand durch die Pandemie ist dadurch nicht abgedeckt; Spielraum für weitere notwendige Investitionen steht nicht zur Verfügung. Das zeigt einmal mehr, dass die Abschaffung der Budgets sowohl in der fachärztlichen als auch der hausärztlichen Versorgung weiterhin eines der zentralen berufspolitischen Ziele des BDI bleiben muss.

Pauschalierte Vergütung führt auch im stationären Bereich zu massiven Fehlentwicklungen. Das deutsche DRG-System bedarf deshalb einer grundlegenden Reform. Nach der Ausgliederung der Pflegepersonalkosten wird der Druck auf Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus weiter zunehmen. Der BDI hat bereits im letzten Jahr gefordert, die Arztkosten ebenfalls aus den Fallpauschen auszugliedern. Die Notwendigkeit der Neuordnung der Krankenhausfinanzierung ist mittlerweile auch in der Politik und bei den Kostenträgern angekommen. Der BDI wird sich mit eigenen Konzepten aktiv in diese Debatte einbringen. Das Ziel muss eine Krankenhausfinanzierung sein, bei der es sich nicht lohnt, am pflegerischen und ärztlichen Personal zu sparen. Es muss uns gemeinsam gelingen, die Freiberuflichkeit der Ärztinnen und Ärzte – ob ambulant oder stationär – wieder stärker in den Fokus zu rücken.

Diese und viele weitere Aufgaben werde ich gemeinsam mit Ihnen in den nächsten Monaten und Jahren anpacken. Das wird uns nur als Team aus erfahrenen Kolleginnen und Kollegen, die schon lange in der Berufspolitik unterwegs sind, jungen Kollegen mit frischen Ideen, Klinikern, Haus- und Fachärztinnen und -ärzten gelingen. Deshalb freue ich mich auch, dass meine beiden Kollegen aus dem Präsidium des letzten Jahres, Prof. Dr. Hans Martin Hoffmeister und Dr. Ivo Grebe, den Vorstand weiter mit ihrer Expertise und Erfahrung bereichern. Für Ihr großes Engagement der letzten Jahre möchte ich Ihnen ausdrücklich danken. Unser gemeinsames Ziel bleibt der Erfolg des BDI als starke berufspolitische Vertretung aller Internistinnen und Internisten.

Ihre

Christine Neumann-Grutzeck

Aus BDIaktuell, Ausgabe 10/2020

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