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Aktuelles aus der Inneren Medizin

Der Ärztetag sucht einen Neuanfang

Der Deutsche Ärztetag im Mai in Münster wirft seine Schatten voraus. Das Parlament der Deutschen Ärzteschaft hat sich diesmal nicht allein mit inhaltlichen Fragen auseinanderzusetzen, es soll auch der Vorstand, das Präsidium und vor allem eine Präsidentin oder ein Präsident neu gewählt werden. Die ersten Kolleginnen und Kollegen haben ihre Kandidatur angemeldet: So die Präsidentin der Landsärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker, wie auch der Präsident der Kammer Westfalen Lippe, Dr. Klaus Reinhardt, der Berliner Kammerpräsident, Dr. Günther Jonitz und der Kammerpräsident in Bayern, Dr. Gerald Quitterer. Interessant ist vor allem die Kandidatur von Klaus Reinhardt, der sich gemeinsam mit Dr. Ellen Lundershausen, der Präsidentin der Kammer in Thüringen, und Dr. Heidrung Gitter, der Kammerpräsidentin aus Bremen, bewirbt, um die Gesamtärzteschaft mit einem Hausarzt, einer Fachärztin und einer Krankenhausärztin abzubilden.

Ob dies bei den zu erwartenden Wahlgängen durchgehalten werden kann, bleibt abzuwarten. Die letzten Präsidenten waren allesamt angestellte Ärzte und vorher Vorsitzende des Marburger Bundes.

Bei allem Verständnis für die gewerkschaftliche Vertretung der Ärzte, die vom Marburger Bund ausgesprochen erfolgreich wahrgenommen wird, sind im Vorfeld viele der Meinung, dass diesmal ein selbstständig tätiger Arzt an die Spitze gewählt werden sollte, um auch die berufspolitische Vertretung wieder mehr in den Vordergrund zu schieben.

Man beobachtet mit Bedauern, dass nach dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) die Kassenärztliche Vereinigung vom Gesetzgeber immer mehr einen Behördenstatus erhält, sodass kein Raum mehr für eine ausreichende Interessensvertretung übrig bleibt.

Dieses Vakuum muss gefüllt werden, wobei sich zuerst die Ärztekammern anbieten. Dann müssen sie aber eindeutig politischer werden. Natürlich sollen selbstständige Ärztinnen und Ärzte sowie Krankenhausärztinnen und -ärzte gemeinsam vertreten werden. Als Grundtenor bietet sich hier die Freiberuflichkeit an. Die Idee, diese neue Aufgabe als Team anzugehen, hat dabei durchaus Charme.

Es gilt aber auch viele neue Reformen in den Ärztekammern und in der Bundesärztekammer auf den Weg zu bringen. Vor allem müssen die internen Entscheidungsvorgänge genauso wie die Antragsflut auf dem Ärztetag besser koordiniert werden. Es kann nicht sein, dass Anträge auf den Deutschen Ärztetagen beschlossen werden, die sich gegenseitig diametral widersprechen. Diese Beschlüsse sind dann das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Wir benötigen dringend eine Geschäftsordnung für den Ärztetag, die dessen Arbeit wieder strafft.

Ihr
Dr. med. Hans-Friedrich Spies

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