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Statements und Initiativen

GOÄ-Novellierung bedarf der Einbeziehung der Fach- und Berufsverbände

In einem Anschreiben an den Präsidenten der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. med. Theodor Windhorst, der von der BÄK mit den Verhandlungen zur neuen GOÄ beauftragt ist, haben die Sektionen des BDI darum gebeten, die Fach- und Berufsverbände ab sofort an der Diskussion über die Rahmenvereinbarung von BÄK und PKV zur Novellierung der GOÄ zu beteiligen. Um Fehler und Diskussionen nach der Verabschiedung der neuen GOÄ zu vermeiden, bedarf es der fachlichen Beratung der Verbände. Sollte diese Einbeziehung ausbleiben, wird der BDI-Vorstand die zuständigen Vertreter der Sektionen auffordern, sich an zukünftigen Beratungen mit der BÄK zum Thema GOÄ nicht mehr zu beteiligen. Die BÄK trägt dann fachlich und politisch die allgemeine Verantwortung alleine.

Download des Anschreibens


Das Qualitätsmanagement Innere Medizin (QM Innere) aus dem Springer-Verlag für die Mitglieder des BDI

Der Berufsverband Deutscher Internisten hat mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem Springer Medizin Verlag das Qualitätsmanagement-System QM-Innere speziell für die Innere Medizin entwickelt. Ziel ist es, Internisten eine praxisorientierte Hilfestellung zu bieten, um ein den individuellen Anforderungen entsprechendes Qualitätsmanagement in Eigenregie aufbauen zu können.

Die Qualität der medizinischen Versorgung wird für die internistische Praxis künftig an Bedeutung zunehmen. Dies gilt nicht zuletzt seit die Einführung eines internen Qualitätsmanagements gesetzlich festgeschrieben ist. Doch wie lässt sich Qualitätsmanagement praktisch umsetzen?

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte bereits vor Verpflichtung der Vertragsärzte, praxisintern Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln, die Entwicklung eines medizinischen Qualitätsmanagements für die ambulante Versorgung initiiert: Das Ergebnis ist QEP® (Qualität und Entwicklung in Praxen), ein von Ärzten für Ärzte ausgearbeiteter Qualitätszielkatalog, der alle wichtigen Aufgaben für die Einrichtung eines internen Qualitätsmanagements thematisiert.

Darauf aufbauend, haben sich der Berufsverband Deutscher Internisten mit der KBV und der Springer Medizin Verlag zusammengeschlossen und mit "QM Innere" einen Ratgeber speziell für die Innere Medizin geschaffen? mit dem Ziel, Internisten eine praxisorientierte Hilfestellung zu bieten, um ein den individuellen Anforderungen entsprechendes Qualitätsmanagement in Eigenregie aufbauen zu können. Dabei bildet "QM Innere" zum einen die internistische Versorgungsrealität ab, zum anderen werden hierin alle aktuellen gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt. Mehr noch: Das Handbuch ist zugleich eine ideale Grundlage für Schulungen des BDI.

Mit "QM Innere" ist ein nützlicher Begleiter für ein erfolgreiches wie auch zukunftsorientiertes internistisches Qualitätsmanagement entstanden.

Als Mitglied des Berufsverbandes Deutscher Internisten erhalten Sie das QM Innere Manual aus dem Springer-Verlag zu einem attraktiven Sonderpreis in Höhe von € 69,- (Ladenpreis: € 99,95).

Fax-Bestellformular (PDF)


Interview mit Dr. Berndt Birkner

Am 1. Januar 2006 ist der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragsärztliche Versorgung in Kraft getreten. In drei Phasen – Befähigung, Umsetzung und Überprüfung – soll Qualitätsmanagement (QM) in allen Vertragsarztpraxen in Deutschland eingeführt werden. Spezifisch auf internistische Belange ausgerichtet ist das System „Qualitätsmanagement Innere Medizin“, das der Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI) in Kooperation mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) entwickelt hat.

Wir befragten dazu Dr. Berndt Birkner, Vorsitzender der AG Medizinisches Qualitätsmanagement im BDI:

Was bringt Qualitätsmanagement außer mehr Verwaltung?
Birkner: Grundsätzlich nutzt QM zunächst dem Patienten. Eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung bringt dem Patienten einen Gewinn, nämlich eine größere Sicherheit bei allen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen und eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen günstigen Ausgang der therapeutischen Bemühungen.
Auf Seiten der Ärzte führt QM zu einer höheren Handlungssicherheit in den diagnostischen und Behandlungsstrategien, z.B. durch Leitlinien, die fester Bestandteil von QM sind. Leitlinien unterstützen die Entscheidung und sorgen dafür, dass das ärztliche Handeln evidenzbasiert ist.
Die Abläufe in einer Praxis werden schließlich durch QM verschlankt und geglättet. So werden die Prozesse ökonomischer, stringenter und durchschaubarer.
Natürlich ist QM mit Dokumentationsaufwand verbunden. Es lebt von Daten und Fakten. Nur wenn ich etwas dokumentiere, sind Daten für andere erkennbar und nachvollziehbar. QM ist kein Prozess für einen alleine. Es ist eine Sache der Transparenz und dazu gehört die Dokumentation meines ärztlichen Handelns in Daten und Fakten.

Welche Vorteile hat es, ein bereits am Markt bestehendes QM-System anzuwenden?

Birkner: Grundsätzlich ist es die persönliche Entscheidung jedes Arztes, ob man ein QM alleine aufbaut oder ein bestehendes, käuflich zu erwerbendes System verwendet. Wichtig ist dabei die Richtlinie des G-BA, die festlegt, welche Elemente und Instrumente in einem einrichtungsinternen QM zu berücksichtigen sind. Wenn ich ein bestehendes System erwerbe, kann ich natürlich schon eine von anderen geleistete Vorarbeit übernehmen.

Was empfiehlt/unterstützt der BDI?

Birkner: Wir haben gemeinsam mit der KBV das Qualitätsmanagement Innere Medizin (QMI) entworfen und jetzt auch als Loseblattwerk im Springer-Verlag publiziert. Wir bieten damit allen Internisten als Service ein QM an, das speziell für sie – egal ob hausärztlich, fachärztlich oder in einer Schwerpunktpraxis tätig – gemacht worden ist. Das Baumuster von QMI ist das QM-System der KBV, QEP® , aber bei QMI sind alle Elemente spezifisch auf die internistischen Versorgungsbereiche abgestimmt.

Ist QEP® zwingend notwendig, um QMI anwenden zu können?
Birkner: Im Prinzip kann jeder Kollege alleine mit dem Loseblattwerk sein QM aufbauen und muss dafür nicht QEP® erwerben. Die Kollegen können natürlich auch QEP® machen, aber die spezifischen internistischen Anteile sind dort nicht enthalten. Möglicherweise kann zukünftig bei einer Zertifizierung QEP® hilfreich sein, aber für die Einführung von QM in die niedergelassene Arztpraxis ist QMI ausreichend.

Wie ist das Loseblattwerk aufgebaut?

Birkner: Die Innere Medizin ist ein pluralistisches ärztliches Gebiet. In ihr findet sicher die größte Spannbreite der medizinischen Versorgung statt, von der hausärztlichen über die fachärztliche bis zur Schwerpunktversorgung. Für jeden müssen sich ganz spezifische Versorgungsleistungen im QM wieder finden. Deshalb haben wir es auf die verschiedenen Versorgungsbereiche zugeschnitten, damit jeder, aber wirklich jeder Internist etwas davon hat. In einem allgemeinen Teil geht es um Abläufe in jeder Praxis, z.B. Patientenaufnahme, Verwaltung, Termingestaltung etc. In den Schwerpunktteilen werden die jeweiligen versorgungsspezifischen Anteile, z.B. im Falle der Gastroenterologie Endoskopie/Koloskopie, bei den Kardiologen beispielsweise EKG, Echokardiographie , Langzeit-Ekg etc. aufgegriffen. Jeder Internist kann sich die für ihn entsprechenden Punkte gemäß seiner Versorgungsleistungen heraussuchen. Wenn beispielsweise ein Internist auf dem Lande aus verschiedenen Bereichen Versorgungsleistungen anbietet, kann er die QM-Anteile aus den spezifischen Kapiteln der Kardiologie, Gastroenterologie oder Pulmologie übernehmen.

Wie ist der Praxisbezug in den Einzelkapiteln gewährleistet?

Birkner: In jedem Kapitel gibt es allgemeine und spezielle sowie Präventions-
und technische Anteile. Alle Abschnitte werden herunter gebrochen auf die praktische Situation. Ist zum Beispiel die hygienische Kontrolle beim Gastroenterologen das Thema, wird vorgeschlagen, eine halbjährliche Kontrolle, wie sie auch vorgeschrieben ist, durchzuführen. Die dafür notwenigen Schritte müssen festgelegt werden, um das Ziel, nämlich diese mikrobiologische Kontrolle, zu erfüllen. Da die Ziele immer mit einem Indikator gemessen werden können, haben wir bei fast allen Kapiteln eine Liste von Indikatoren zusammengestellt, an denen der Kollege selber sehen kann, ob er seine Ziele erreicht hat.

Was muss trotz „QM-Innere“ jede Praxis selber leisten?

Birkner: QM kann man nicht als Blaupause erwerben – QM muss gelebt werden! Jeder Internist muss aber seine eigenen Dokumente und seine Inhalte selber gestalten. In QMI sind aber Beispiele und Anleitungen für das eigene QM enthalten, die gewährleisten, dass es auf jeden Fall die Anforderungen der G-BA-Richtlinie erfüllt.

QMI ist als Loseblattwerk konzipiert. Welche Lieferungen werden als nächstes folgen?

Birkner: Es fehlt zunächst noch das Nephrologiekapitel. In den nächsten
Ergänzungslieferungen werden wir weiter genau darauf achten, dass die Forderungen der GBA- Richtlinien erfüllt sind und dies auch immer wieder überprüfen. Außerdem werden wir weitere Beispiele und Beispieldokumente liefern.

Was leistet QMI für die zum Jahresende ablaufende Befähigungsphase?

Birkner: QMI ist ein ganz wichtiges Instrument zur Befähigung. Mit den QMEinführungskursen, die wir ihn in Kooperation mit den KVen anbieten, und dem Loseblattwerk sind die Anforderungen der Befähigungsphase erfüllt.

Wie geht es in der Umsetzungsphase weiter?

Birkner: Das QMI ist so aufgebaut, dass es auch die Umsetzungsphase ermöglicht, zum Beispiel die Umsetzung der Qualitätsziele in die eigenen Praxisgegebenheiten. Und es ermöglicht, dass sich jeder Kollege selbst bewerten kann – ebenfalls eine Forderung des GBA in der Umsetzungsphase.

Empfehlen Sie eine bestimmte Reihenfolge bei der Bearbeitung der Kern- und Qualitätsziele?
Das würde ich den Kollegen selber überlassen. Es gibt aber Erfahrungswerte. Danach kann es sinnvoll sein, zunächst als Startschuss mit der Qualitätspolitik anzufangen, also mit der Festlegung, was ich als Praxisinhaber als Qualität nach innen und außen darstellen will. Zwingend ist das aber nicht.

Wie wird zukünftig das interne Qualitätsmanagement in Vertragsarztpraxen kontrolliert?

Birkner: In allen KVen wurden QM-Kommissionen eingerichtet. Jedes Jahr wird eine Stichprobe von 2,5 % der niedergelassenen Kollegen zufällig ausgewählt, die von den Kommissionen mit einem standardisierten Fragebogen gefragt werden, wie weit sie in der jeweiligen Phase sind. Sanktionen gibt es dazu allerdings bisher nicht.

Wird die Zertifizierung des internen Qualitätsmanagements Ihrer Einschätzung nach zukünftig Pflicht?

Birkner: Die Gesundheitsministerkonferenz hat sich dafür ausgesprochen. Da diese Institution schon immer der Vordenker für Änderungen des SGB V war, kann es sein, dass die Zertifizierungspflicht kommt. Aktuell ist eine Zertifizierung aber nicht verpflichtend.

Ist Ihre Praxis bereits zertifiziert?

Birkner: Ja, seit 1999.

Was sind für Sie persönlich die wichtigsten Vorteile des internen QM?

Birkner: Für eine Praxis und ihre internen Abläufe ist QM sehr viel wert. Es macht Abläufe transparenter und leichter reproduzierbar in der gleichen gestalteten Qualität. Die Mitarbeiter erkennen schneller, worum es geht und wissen überhaupt, dass es um Qualität in der medizinischen Versorgung geht. Und ich denke, das meine Patienten es sehr zu schätzen wissen, dass sie hier in einer qualitätsgemanagten Praxis sind, dass es unser Ziel ist, eine hohe Qualität in der Versorgung zu bieten. Die Patienten bringen mir ihr Vertrauen entgegen und ich glaube, dass ich mit QM besser ihrem Vertrauen gerecht werde.

Hat QM Einfluss auf das Arzt-Patienten-Verhältnis?

Birkner: Das ist ein ganz entscheidender Punkt. In unserem Gesundheitswesen leiden die Leistungserbringer häufig, weil sie sich nicht mehr geachtet und weil sie sich überlastet fühlen. Ich glaube, dass die persönliche Achtung und Wertschätzung steigt, wenn transparent wird, welche Qualität der Leistung die Ärzte und ihre Mitarbeiter anbieten. Und ich spreche mit meinen Patienten darüber, dass die Sicherheit eine ganz, ganz hohe Priorität hat. Zum Beispiel bekommt jeder Patienten in meiner Praxis das Propofol für eine Endoskopie von einem Anästhesisten verabreicht, der auch in der Lage ist, ihn jederzeit zu beatmen, zu intubieren, zu reanimieren. So wird dem Menschen, der bei mir ist, mit großer Wahrscheinlichkeit nichts passieren. Und die Transparenz ist auch für den Patienten sichtbar: Jeder Patient geht mit einem Brief aus der Praxis mit einem Befund und einem Bild. Er weiß genau, was gemacht wurde, und er weiß, wo er weiter hin muss. Er hat ein Betreuungskonzept, er weiß, wie es weiter geht und das ist für ihn gefühlte Qualität.

Herr Dr. Birkner, herzlichen Dank für das Interview!

Das Interview führte Friederike Klein

BUCHTIPP

Qualitätsmanagement Innere Medizin (QMI)
Loseblattwerk

Birkner, B., Diel, F., Gibis, B., Ludwig, M.
2007, 273 S., Ringordner DIN A4 (Grundwerk)
ISBN: 978-3-540-29957-8
Ladenpreis 99,95 
Sonderpreis für Mitglieder des BDI: 69,00 

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