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12.07.2019

NRW: Krankenhaus-Direktoren befürchten Schließung vieler Häuser

Ein Gutachten soll dem Gesundheitsministerium NRW bei der landesweiten Krankenhausplanung helfen. Die Krankenhaus-Direktoren befürchten schon jetzt, dass das Gutachten einen Kahlschlag empfehlen könnte.

Krankenhausdirektoren in Nordrhein-Westfalen befürchten eine Schließungswelle im Land. Von den derzeit 350 Klinikstandorten könnten mit dem neuen Krankenhausplan für das Bundesland mehr als drei Viertel bedroht sein, erklärte der Direktorenverband am 3.7. in Iserlohn. Derzeit lässt das Gesundheitsministerium NRW ein Gutachten als Grundlage für den neuen Krankenhausplan erarbeiten. Ähnliche Gutachten in Bayern und Niedersachsen seien zu dem Ergebnis gekommen, dass für die Gesundheitsversorgung etwa 20 Prozent der bestehenden Kliniken ausreichten.

Befürchtet werde daher die Reduktion auf 80 Standorte in NRW, so die Landesgruppe NRW des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Krankenhausplan des Landes setzt den Rahmen für die Entwicklung der Krankenhäuser. Der derzeit noch gültige Plan wurde 2013 fertig gestellt.

„Nicht der Kapazitätsabbau ist die zentrale Problemstellung. Vielmehr geht es darum, ein schlüssiges und nachhaltiges Versorgungskonzept zu entwickeln“, erklärte Landesvorstand Maud Beste. Eine unrealistische Strukturbereinigungs-Diskussion sei unnötig und verunsichere Patienten und Mitarbeiter. Der VKD-Landesvorsitzende Wolfgang Mueller erklärte, dass die Länder schon seit Jahren nicht genügend in die Krankenhäuser investierten. Dass strukturelle Anpassungen notwendig seien, werde nicht bestritten.

Die Direktoren stellten sich hinter ein am 3.7. veröffentlichtes Grundsatzpapier der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) zur künftigen Krankenhausplanung. Es fordert beim Planungsprozess eine Orientierung an den Bedürfnissen der Bürger. Es dürften keine Kapazitäten kurzfristig abgebaut werden, die zukünftig wieder gebraucht würden. „Die Wahlfreiheit des Krankenhauses für die Bürger muss auch zukünftig gegeben sein“, erklärte KGNW-Präsident Jochen Brink.

dpa


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