Keine Zugangsdaten? Hier registrieren

Passwort vergessen? Hier klicken

12.10.2018

Hoch ansteckende Ebola-Leiche im Ost-Kongo zeitweise entführt

Im Kongo ist eine Ebola-Leiche für kurze Zeit entführt worden. Die Leichen dieser Erkrankten sind hoch ansteckend und müssen daher rasch und sicher begraben werden. Doch das ging nun in der Stadt Beni im Ost-Kongo, wo Teile der Bevölkerung den Ebola-Helfern feindselig gegenüberstehen, gründlich schief: Der Fahrer eines Leichenwagens änderte auf dem Weg zum Friedhof seine Route und brachte die Leiche einer an Ebola gestorbenen Frau zum Grundstück ihrer Familie. Jugendliche aus dem Stadtviertel kämpften dann gegen Sicherheitskräfte, die die gefährliche Leiche zurückbringen wollten, wie das Gesundheitsministerium am §§§ mitteilte. Die Familie brachte die Leiche erst nach mehreren Stunden zum Friedhof.

Die Familienmitglieder hätten sich am Donnerstag (11.10.) gegen Ebola impfen lassen und beteuerten, dass niemand den Sarg oder den Leichensack geöffnet habe, so das Ministerium weiter. Für viele Angehörige sind die restriktiven Auflagen für Ebola-Beerdigungen, die den örtlichen Traditionen widersprechen, oft ein zusätzlicher Schmerz.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte am Freitag (12.10.), dass die feindselige Haltung von Teilen der Bevölkerung in Beni und anhaltende Rebellen-Angriffe in der Provinz Nord-Kivu große Risiken für die Bekämpfung des Virus darstellten. Die Großstadt Beni entwickelt sich zusehends zum Zentrum der gegenwärtigen Epidemie: Dort wurden 32 der 39 neuen Erkrankungsfällen im Oktober festgestellt. 

Die Behörden haben bislang 200 Ebola-Verdachtsfälle dokumentiert, 165 davon wurden im Labor bestätigt. 53 Menschen wurden geheilt, 125 erlagen dem hämorrhagischen Fieber. Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Bei einer Epidemie 2014/2015 starben in Westafrika mehr als 11.000 Menschen.

dpa


Copyright 2015 | Berufsverband Deutscher Internisten e.V.