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07.01.2016

Wenn der Herztod droht - Übersicht von Defibrillatoren wächst

Viele haben Respekt davor, als Laie im Notfall richtig zu handeln.Dabei kann bei drohendem Herztod jeder mit einem Defibrillator womöglich lebensrettende Stromstöße abgeben. Man muss nur wissen, wo die Geräte zu finden sind.

Wer in einem Herznotfall helfen muss, hat in Berlin zunehmend Chancen Lebensretter zu werden: Immer mehr Standorte von Defibrillatoren werden bei verschiedenen Initiativen erfasst und etwa über Smartphone-Apps zugänglich gemacht. Die Liste des gemeinnützigen Vereins Definetz zum Beispiel ist auf inzwischen mehr als 330 Geräte in Berlin angewachsen - vor mehr als anderthalb Jahren waren es erst etwa 50. „Es tut sich eine ganze Menge“, sagte der Vorsitzende des Vereins, Friedrich Nölle.

Wie viele öffentlich zugängliche Laien-Defis es in Berlin insgesamt gibt, weiß niemand. Eine Übersicht bei Behörden gibt es nicht. Die Initiative Definetz, gestartet 2011, verfügt inzwischen über Daten von 24.000 Geräten bundesweit - damit ist es die nach eigenen Angaben derzeit umfangreichste Übersicht in Deutschland.

In Deutschland sterben nach Schätzungen jedes Jahr rund 100.000 Menschen an plötzlichem Herztod. Laut Feuerwehr trifft es gar nicht nur Ältere, sondern häufig auch Leute, die mitten im Leben stehen.

Stromstöße aus dem Defi können das Kammerflimmern beheben, so dass das Herz wieder normal schlägt.

Die Defibrillator-Nutzung in der Hauptstadt ist aus Sicht der Berliner Feuerwehr noch ausbaufähig: Für das Jahr 2014 sind dort 210 Reanimationen durch Laien mit dem Defi bekannt - bei mehr als 1500 Wiederbelebungen insgesamt. Für 2015 lagen noch keine Zahlen vor.

Viele Menschen scheuten sich vor dem Defi-Einsatz, ebenso wie vor Herzdruckmassage und Beatmung, sagte ein Feuerwehr-Sprecher. Das sei unbegründet: „Man muss dabei absolut keine Scheu haben. Der größte Fehler, den man machen kann, ist nicht zu helfen“.

Wenn ein Mensch zusammenbreche, nicht mehr ansprechbar sei und offensichtlich auch nicht atme, dann sei vom Herzstillstand auszugehen, erklärt der Feuerwehr-Sprecher. Dann zählt jede Minute:

Notruf wählen, Herzdruckmassage, Defi suchen. Das Gerät analysiert den Herzrhythmus und erklärt dann schrittweise das Vorgehen.

Etwa ein Fünftel der öffentlich zugänglichen Geräte in Berlin steht nach Daten von Definetz an Universitäten und Hochschulen. Ähnlich viele gibt es in Schwimmbädern und Büro- und Verwaltungsgebäuden.

Noch vergleichsweise gering ist der Anteil der Meldungen aus Theatern, Schulen, Hotels und Supermärkten.

Neben Definetz bietet inzwischen auch der Arbeiter-Samariter-Bund für Berlin eine App fürs Smartphone an. Die Berliner Feuerwehr unterstützt das Vorhaben. „Geräte gibt's zuhauf in der Stadt, jetzt sollte man sie melden“, betonte der Sprecher. Der Name der App soll Programm werden: „Berlin schockt“.

dpa

 


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