Rationierung im Krankenhaus?
Es ist dringend notwendig, tagtäglich auf die stattfindende Rationierung im Gesundheitswesen hinzuweisen und unseren Präsidenten der BÄK zu unterstützen. Jeder Krankenhauskollege kennt die monatlichen Diskussionen. Bitte überprüfen Sie, ob die Blutabnahmen mit oder ohne Bestimmung teurer Parameter, die Antibiotika-Gaben, die CT-Untersuchungen, die Röntgenkontrollen etc. wirklich notwendig sind...unser Budget ist bereits deutlich überschritten. Dabei steigt bei steigender Morbidität und steigendem Alter der hospitalisierten Patienten die Prävalenz zahlreicher Diagnose-intensiver Erkrankungen wie z.B. Demenzen, rheumatologische Erkrankungen und Sturzereignisse dramatisch an.
Würde jeder Erkrankung leitliniengerecht diagnostisch nachgegangen (selbst unter Berücksichtigung der möglichen Therapieoption) könnten viele Häuser wahrscheinlich dicht machen. Dasselbe gilt für zahlreiche teure, aber manchmal eben auch bessere Medikamente. Diese sollen möglichst wenig eingesetzt werden, um das Budget der Klinik und des niedergelassenen Arztes nicht weiter zu belasten. Priorisierung und Rationierung finden bereits an vielen Stellen im Gesundheitswesen statt. Wir müssen es nur erkennen und darauf aufmerksam machen!
Ihr Michael Denkinger




