25.06.2010

Mediziner fordern absolutes Rauchverbot

Zehn Tage vor dem Volksentscheid am 4. Juli haben Mediziner und Gesundheitsexperten am Donnerstag die Forderung nach einem verbesserten Nichtraucherschutz untermauert. Bei einem Expertengespräch am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität München stellten sie wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Gesundheitsschäden des Passivrauchens vor und plädierten für eine komplett rauchfreie Gastronomie.

Institutsleiter Professor Dennis Nowak forderte, dass die Beschäftigten in der Gastronomie ebenso durch ein totales Rauchverbot geschützt werden müssten wie Arbeitnehmer anderswo. Die Konzentration von Cotinin, einem Stoffwechselprodukt von Nikotin, sei nach Untersuchungen bei Passivrauch ausgesetztem Personal genauso hoch wie bei mittelstarken Rauchern. Mitarbeiter und Gäste könnten durch ein totales Rauchverbot vor gesundheitlichen Schäden wie akuten und chronischen Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkarzinomen geschützt werden.

Chemiker Rudolf Schierl berichtete zudem, dass Messungen in Münchner Raucherclubs und -bars eine sehr hohe Feinstaubbelastung ergeben hätten. Auch die Trennung von Nichtraucher- und Raucherräumen funktioniere oft nicht, da immer wieder Türen geöffnet würden oder die Luftströmung ungünstig sei. «Feinstaub lässt sich nicht ohne Lüftung regulieren, er geht, wohin er will», sagte Schierl.

dpa