24.06.2010

Immer mehr Patienten vermuten Behandlungsfehler

Das Vertrauen der Patienten in ihre Ärzte sinkt: Immer mehr Menschen vermuten, falsch behandelt worden zu sein. Insgesamt meldeten im vergangenen Jahr 342 Versicherte der Techniker Krankenkasse in Baden-Württemberg den Verdacht einer falschen Behandlung, teilte die Krankenkasse am Mittwoch in Stuttgart mit. Das seien 38 Fälle mehr als noch im Vorjahr. Im Südwesten ist die Zahl der Fälle besonders stark angestiegen, hier gab es 12,5 Prozent mehr Verdachtsfälle. Im Vergleich dazu stieg die Anzahl bundesweit nur um 6,7 Prozent.

Allerdings geht die Techniker Krankenkasse trotz der steigenden Anzahl der Verdachtsfälle nicht von einer schlechteren Qualität bei der Behandlung aus. Häufig führten Sprachlosigkeit und Missverständnisse dazu, dass die Patienten schneller einen Behandlungsfehler vermuteten. «Die Patienten sind mündiger und informierter geworden», sagte Andreas Vogt, Leiter der Landesvertretung der Krankenkasse in Stuttgart. Trotz des sinkenden Vertrauens in die Kompetenz der Ärzte, stellen die Baden- Württemberger ihren Ärzten insgesamt aber ein gutes Zeugnis aus: 95 Prozent der Patienten sind mit ihrem Arzt zufrieden.

dpa