Ärzte im Landtag für strenges Rauchverbot
Die Ärzte von CSU, SPD und Freien Wählern im Landtag werben parteiübergreifend für ein Ja zum strikten Rauchverbot in der bayerischen Gastronomie beim Volksentscheid am 4. Juli. «Meine Bitte an die bayerische Bevölkerung ist, mit Ja zu stimmen», sagte der CSU-Mediziner und frühere Münchner Gesundheitsreferent Thomas Zimmermann. Nach den neuesten Untersuchungen sei Passivrauchen jedes Jahr für fast 5000 Todesfälle in Deutschland verantwortlich.
SPD und Freie Wähler kritisierten Gesundheitsminister Markus Söder und die CSU: «Da ist Söder eingeknickt vor der falsch verstandenen Liberalität, die die FDP vertritt», sagte die unterfränkische SPD- Abgeordnete Sabine Dittmar. Die Grünen waren bei dem Ärzte-Auftritt nicht vertreten, weil sie keinen Mediziner in ihren Reihen haben. Der FDP-Arzt Otto Bertermann fehlte. Bertermann hat zwar keinerlei Sympathien für eine Aufweichung des Rauchverbots, doch ist seine Partei gegen ein strenges Verbot.
Hauptargument der FDP und der Gastronomen ist, dass ein totales Rauchverbot die Freiheit beeinträchtigen würde. Dafür haben die Landtags-Ärzte wenig Verständnis: «Die Freiheit eines Rauchers ist die Freiheit eines Süchtigen», sagte der Freie Wähler Karl Vetter. «Die meisten Raucher in meinem Bekanntenkreis haben mehrfach versucht aufzuhören. Da von Freiheit zu reden, ist für mich nicht nachvollziehbar.»
Allerdings wurde der gemeinsame gesundheitspolitische Auftritt leicht überschattet von Parteienstreit. CSU-Mann Zimmermann warf der SPD-regierten Landeshauptstadt München vor, das Rauchverbot von Anfang an missachtet zu haben. Das wollte die SPD-Ärztin Kathrin Sonnenholzner nicht auf sich sitzen lassen. «Wir verbeißen uns seit
1983 immer ineinander», scherzte sie.
dpa
Der Volksentscheid findet am 4. Juli statt. Zimmermann ist einer der ganz wenigen CSU-Politiker, die offen für ein strenges Rauchverbot werben. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) gab am Rande der CSU-Fraktionssitzung keine Progose ab, wie der Volksentscheid ausgehen wird: «Ich kann es Ihnen nicht sagen, weil ich die Leute nicht danach frage», sagte der CSU-Chef.




