12.07.2010

TK-Chef Klusen: Sozialausgleich muss verlässlich sein

Bei der Gesundheitsreform kommt es nach Überzeugung des Chefs der Techniker Krankenkasse (TK), Prof. Norbert Klusen, vor allem auf die Verlässlichkeit des Sozialausgleichs an.
«Sonst geht das Vertrauen verloren», sagte er in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Die Erhöhung des Beitragssatzes auf 15,5 Prozent - der bereits während der großen Koalition galt - sei akzeptabel und werde die finanzielle Situation der Krankenkassen im kommenden Jahr stabilisieren. Die Erfahrung zeige, dass Prognosen über mehrere Jahre selten einträfen.

Bei aller Kritik an der Gesundheitspolitik der CDU/FDP-Koalition müsse dem Minister Philipp Rösler (FDP) zugutegehalten werden, dass er auch seiner eigenen FDP-Klientel von Ärzten und Pharmaindustrie auf die Füße trete. «Das haben viele nicht erwartet», sagte Klusen.
«Dass er auch uns, den Krankenkassen, etwas abverlangt, ist völlig in Ordnung.» Insgesamt sei das «nicht unmutig».

Die jetzige Reform ist nach Klusens Überzeugung darauf angelegt, um über die Legislaturperiode zu kommen. «Die nächste Regierung wird die nächste Reform machen müssen.» Eines sei völlig klar: «Wenn wir ein gutes System und jeden medizinischen Fortschritt wollen, müssen wir langfristig mehr bezahlen.» Klusen hält es deshalb für wichtig, nicht nur über die Kosten des Gesundheitswesens, sondern auch über dessen Nutzen zu sprechen.

Für die nächsten Jahre empfiehlt der TK-Vorstandschef der Regierung, das Augenmerk auf Transparenz zu legen. «Länder wie die USA oder England sind hier viel weiter.» Qualität und Nutzen medizinischer Leistungen müssten viel stärker überprüft und öffentlich zugänglich gemacht werden.

dpa