13.07.2010

Stolz gegen Streichung von einzelnen Kassenleistungen

In der Diskussion um Einsparungen im Gesundheitssystem hat Baden-Württembergs Sozialministerin Monika Stolz (CDU) vor der Streichung einzelner Leistungen für Kassenpatienten gewarnt. Es sei ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Reform im Gesundheitswesen notwendig, sagte Stolz am Montag in Stuttgart. Den Vorschlag, homöopathische Behandlungen als Kassenleistung zu streichen, sehe sie kritisch.

«Die Krankenkassen können wählen, ob sie ihren Mitgliedern die Homöopathie anbieten oder nicht.» Das sei ein Wettbewerbselement innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung. «Wir sollten nicht immer versuchen, alles gleich zu machen», sagte Stolz auf dpa-Anfrage weiter. Viele Menschen vertrauten der Homöopathie. Sie könne eine gute kostengünstige Ergänzung zur Schulmedizin sein. «Im Übrigen macht es aus meiner Sicht derzeit wenig Sinn, immer neue Vorschläge zu machen, die nur an einzelnen Punkten ansetzen.»

Zuvor hatte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gefordert, gesetzlichen Krankenkassen zu verbieten, Homöopathie zu bezahlen. Er kritisierte, mehr als die Hälfte aller gesetzlichen Kassen erstatteten die Leistungen von Homöopathen.

Bei der alternativmedizinischen Behandlungsmethode werden Kranke mit Mitteln in hoher Verdünnung behandelt, die in größerer Konzentration bei Gesunden ähnliche Krankheitserscheinungen hervorrufen.

dpa