Wesiack: Hausärzte brauchen eine feste Perspektive
Als „fatal" hat der Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten, Dr. Wolfgang Wesiack, die jüngste Entwicklung in der Honorierung hausärztlicher Tätigkeit bezeichnet: „Es war falsch, dem Hausärzteverband ein Verhandlungsmonopol zu geben, es ist aber genauso falsch, die versprochenen Honorarzuwächse wieder einzukassieren", so Wesiack. Die angekündigten Protestaktionen des Hausärzteverbandes hält er für kontraproduktiv: „Für die Bevölkerung entsteht der Eindruck, hier werde nur um Geld gekämpft, nicht aber für eine bessere Versorgung der Patienten."
Wesiack betont, das sich an der Notwenigkeit, die Rahmenbedingungen hausärztlicher Tätigkeit zu verbessern, nichts geändert habe. So seien sowohl strukturelle als auch finanzielle Maßnahmen notwendig. Schon heute unterstützen Internisten im haus-ärztlichen Versorgungsbereich in einem immer größer werdenden Anteil die Versorgung der Patienten mit chronisch internistischen Erkrankungen. Durch die fatale Pauschalierung der Hausarztverträge werden qualifizierte internistische Leistungen nicht mehr abgebildet. Daher muss bei einer Änderung des § 73 b SGB V die besondere Qualität der internistischen Leistungen berücksichtigt werden. Sonst drohe das Ende einer qualifizierten und effizienten hausärztlichen Versorgung.
Um dies zu verhindern, müsse die Stellung des Hausarztes im System der Versorgung verbessert werden und die vielen neuen Aufgaben, die er bereits übernommen hat und die weiter auf ihn zukommen werden, auch endlich honoriert werden. Ein Beispiel sei die Mitarbeit der Hausärzte in Krebs- oder Palliativkonferenzen. „Dies geht aber", so Wesiack, „nur im Verbund mit allen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, auch den Fachärzten."
Deshalb wäre es viel dringlicher, das Monopol des Hausärztever-bandes zu brechen und auf ein abgestimmtes Konzept zu setzen. Die politisch zugesagten Honorarzuwächse einzukassieren, sei der falsche Weg: „Dies wird das Vertrauen in die Politik nicht erhöhen."




