15.12.2009

Weniger Schweinegrippe-Fälle, aber keine Entwarnung

Die Schweinegrippe breitet sich in Mecklenburg- Vorpommern nicht mehr so rasch aus wie im November, eine Entwarnung wollen Experten aber noch nicht geben. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) am Montag in Rostock mitteilte, wurden in der vorigen Woche rund 600 weitere Ansteckungen mit dem H1N1-Virus gemeldet. In den beiden Vorwochen kamen landesweit etwa 1000 beziehungsweise 1200 Fälle hinzu. Die Lage bleibe ungeachtet der Rückgänge jedoch kritisch, betonte LAGuS-Abteilungsleiterin Martina Littmann: «Die Zahl der Neuerkrankungen ist immer noch hoch. Deshalb ist es für eine Entwarnung zu früh.»

Das Amt appelliert nach wie vor an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Seit Wochenbeginn stehe der Impfstoff in Frauenarzt-Praxen auch für Schwangere zur Verfügung, dieses Serum habe keine Wirkverstärker.

Insgesamt registrierten die Gesundheitsbehörden im Nordosten seit dem Ausbruch der sogenannten Neuen Grippe im Frühjahr etwa 4100 Fälle. 96 Betroffene mussten im Krankenhaus behandelt werden. Bei zwei Patienten war der Erreger möglicherweise die Todesursache.
Genaue Nachweise waren laut LAGuS wegen der fehlenden Zustimmung der Angehörigen zur Obduktion aber nicht möglich. Wie das Landesamt weiter berichtete, entfiel fast die Hälfte der Infektionen (47
Prozent) auf die Altersgruppe der 5- bis 14-Jährigen. Jeder fünfte Erkrankte war zwischen 15 und 24 Jahren alt.

Zahlreiche Menschen stecken sich nach Angaben der Rostocker Fachbehörde in der Familie, Schule, Kindertagesstätte, in Reha- Kliniken oder am Arbeitsplatz an. Littmann vermutete, dass die Dunkelziffer weiterhin hoch ist.

dpa