13.01.2010

Kassenärzte legen Rezept gegen Medizinermangel vor

Mit eigenen Rezepten will die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) den zunehmenden Medizinermangel auf dem flachen Land stoppen. Die Vorschläge sehen eine neue Form der ärztlichen Honorierung ohne finanzielle Deckelung sowie eine intensive Kooperation zwischen Hausärzten und Krankenhäusern vor. Der KBV-Vorsitzende Andreas Köhler empfahl am Dienstag in Berlin auch eine Art Filialsystem, bei dem «reisende» Mediziner verschiedener Fachrichtungen regelmäßig und wechselweise Sprechstunden in von Kommunen eingerichteten Arztstationen halten.

Ohne Gegensteuern sieht die KBV die flächendeckende medizinische Versorgung der Bevölkerung auf der Kippe: Allein in den kommenden fünf Jahren müssen nach Köhlers Worten knapp 28 000 niedergelassene Mediziner, die aus Altersgründen aufhören, ersetzt werden. Bei dem neuen Vergütungssystem sollen die Ärzte nicht mehr pauschal nach Fallzahlen, sondern nach Zeitaufwand honoriert werden. «Mehr Geld muss das nicht zwingend kosten», verteidigte Köhler den Vorstoß.

dpa