30.11.2011
Zehn Prozent mehr HIV-Fälle in Russland
Im besonders stark von Aids betroffenen Russland ist die Zahl der HIV-Infizierten 2011 im Vergleich zum Vorjahr um fast 10% gestiegen. „Unsere Programme sind ineffektiv", sagte der Leiter des Föderalen Anti-Aids-Zentrums, Wadim Pokrowski, am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax. In den ersten zehn Monaten des Jahres seien mehr als 48.000 Neuinfektionen gemeldet worden. Schätzungen zufolge leben in Russland mehr als eine Million Menschen mit HIV. Nach offiziellen Angaben waren Anfang November 636.979 HIV-Infizierte registriert. Russland hat etwa 141 Millionen Einwohner.
„Meine Prognose ist, dass sich die Zahl der HIV-Infizierten in den kommenden fünf Jahren auf zwei bis drei Millionen erhöht", sagte Pokrowski. Besonders betroffen seien die 25- bis 35-Jährigen. Jeder 50. Mann in dieser Altersgruppe trage das tödliche Virus in sich. Pokrowski forderte mehr Geld für die Vorbeugung. In diesem Jahr seien von den versprochenen 600 Millionen Rubel (14,3 Mio Euro) lediglich 100 Millionen für Präventionsprogramme ausgegeben worden. „Das ist ein ernsthaftes Problem", sagte Pokrowski.
dpa


