11.05.2011

Weltweit einmalige Beatmungskontrolle in Leipzig

 

Ein neu entwickeltes Gerät zur Kontrolle der künstlichen Beatmung ist nach Herstellerangaben weltweit erstmals am Universitätsklinikum in Leipzig im Einsatz. Mit der Elektrischen Impedanztomografie (EIT) kann ein Mediziner mit bis zu 50 Bildern pro Sekunde die Auswirkungen der Intensivbeatmung auf die Lunge in Echtzeit mitverfolgen. Das Gerät wird bereits seit April verwendet, sagte der stellvertretende Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Professor Hermann Wrigge.

Entscheidend ist laut Wrigge der Druck des Beatmungsgerätes. Ist er zu hoch, wird die Lunge überdehnt, ist er zu niedrig, können Teile der Lunge zusammenfallen. Wie das konkret bei einem Patienten aussieht, mache das EIT-Gerät sichtbar. Die Beatmung könne dann entsprechend optimiert werden.

Probleme gebe es häufig auch bei Operationen von schwer übergewichtigen Patienten. Beim Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum Adipositas laufe deshalb eine Studie, wie die Beatmung von Übergewichtigen besser gesteuert werden kann. Es solle außerdem untersucht werden, ob eine mit Hilfe des Gerätes entwickelte Beatmungsstrategie besser als das gegenwärtige Standardverfahren ist. Die Anschaffung des Apparates für rund 80 000 Euro wurde vom Bundesforschungsministerium gefördert.

dpa