19.09.2011
Verhandlungen über GOÄ-Reform in der Sackgasse - Wesiack: Entscheidende Fragen ungeklärt
Die Verhandlungen über die überfällige Reform und Neubewertung der GOÄ sind offensichtlich in einer Sackgasse festgefahren, stellt der Berufsverband Deutscher Internisten, BDI e.V., fest. Die PKV und das Bundesgesundheitsministerium streben an, dass die neue Gebührenordnung für Ärzte möglichst kostenneutral ausfällt, am besten mit Einsparungen bei den technischen Leistungen und einer nur moderaten Steigerung des kalkulatorischen Arztlohns auf der anderen Seite.
„Der EBM, diese Fehlkonstruktion von budgetierten Leistungsrelationen, lässt übermächtig grüßen", kritisiert BDI-Präsident Dr. Wolfgang Wesiack.
Dabei sind entscheidende Fragen zur neuen GOÄ innerhalb der Ärzteschaft noch gar nicht ausdiskutiert worden:
- Wird es auch in Zukunft möglich sein, den dem individuellen Schweregrad einer Erkrankung anzupassenden diagnostischen und therapeutischen Aufwand durch Multiplikatoren (und wenn ja, welche?) abzubilden?
- Sollte es zu einer neuen GOÄ kommen, ist davon auszugehen, dass es wieder Dekaden bis zur nächsten Reform dauern wird.
Wird es deshalb auch zukünftig Analogziffern geben, die den weiteren Fortschritt der medizinischen Diagnostik und Therapie mit deren Honorierung erfassen oder kann man das vorausschauend anders regeln?
Fragen über Fragen, aber eine Antwort ist nicht in Sicht, stellt der BDI-Präsident fest: „Die PKV will Kosten sparen, das BMG hat Angst, eine neue GOÄ mit Honorarsteigerungen für die Ärzte politisch zu vertreten - und die Bundesärztekammer, so scheint es, will es beiden Recht machen. Der BDI fordert die Beteiligten auf, ohne jeden Zeitdruck die strukturellen und finanziellen Vorgaben einer neuen GOÄ zu erarbeiten. Eine neue GOÄ als Abklatsch des EBM wird abgelehnt.


