Uniklinikum wehrt sich gegen Vorwürfe über Hygienemängel
Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg wehrt sich gegen Vorwürfe, es gebe Hygienemängel in der Einrichtung. „Der Hygienestandard in unserem Haus ist auf universitärem Niveau und wird täglich durch zwei eigene Hygieneinstitute kontrolliert", erklärte ein Sprecher am Sonntag. Auch seien weder direkte noch anonyme Hinweise von Mitarbeitern über Versäumnisse bekannt.
Nach einem Fernsehbericht des Hessischen Rundfunks (hr) soll es wegen Personalmangels zu Problemen bei den Hygienestandards in dem Universitätsklinikum gekommen sein. Das Landesmagazin „Defacto" berief sich bei seiner Darstellung für die Aussagen einer Pflegekraft. Demnach könnten Patienten, die sich den gefährlichen Krankenhauskeim MRSA zugezogen hätten, nicht angemessen gewaschen und medizinische Geräte nicht ausreichend desinfiziert werden.
Die Pflegekraft sagte dem Sender, sie habe selbst Dokumentationen manipuliert, indem sie bestimmte Tätigkeiten protokolliert habe, die sie aber nur teilweise erledigen konnte. Der Klinikleitung seien die Zustände bekannt: Mehrfach habe man sich an den ärztlichen Direktor gewandt und ihn darauf hingewiesen, dass das Personal mit seiner Zeit nicht hinkomme.
Das Uniklinikum Gießen und Marburg betonte dagegen, die personelle Ausstattung beim Pflegepersonal entspreche den bundesweiten Standards. „Jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit und die Pflicht, sich an Vorgesetzte oder die Geschäftsführung zu wenden, wenn Dienstanweisungen nicht umgesetzt werden können. Dies ist nicht geschehen", erklärte der Sprecher.
dpa


