Tod durch Klinikkeime: Tests für jeden Patienten gefordert
Nach dem Tod von 21 Patienten seit 2009 im Land, die sich mit multiresistenten Erregern infiziert hatten, werden Forderungen nach flächendeckenden Tests laut. Vorbild seien die Niederlande, wo jeder neue Patient im Krankenhaus auf solche MRSA-Keime getestet werde, sagte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Gagzow, am Donnerstag in Schwerin. „Deutschland hat da Nachholbedarf." Die Tests müssten den Kliniken vergütet werden, forderte er. Bisher gebe es aber auf Bundesebene noch nicht einmal Einigkeit, ob der Patient vom überweisenden Arzt oder vom Krankenhaus getestet werden solle.
Gagzow zufolge werden heute bereits deutlich mehr Patienten vorsorglich getestet als noch vor Jahren, aber eben nicht alle. „Ich hoffe sehr auf einen Durchbruch auf Bundesebene", sagte er.
Die Landesregierung hatte Angaben zu Erkrankungen und Todesfällen durch MRSA-Keime in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Landtag gemacht. Danach gab im zweiten Halbjahr 2009 - seit 1. Juli jenes Jahres gibt es eine bundesweite Meldepflicht - 47 Krankheitsfälle im Land und neun Tote. 2010 waren es 97 Erkrankungen und fünf Tote, 2011 bis zum 24. Oktober 101 Erkrankungen und sieben Todesfälle.
Gesundheitsministerin Manuela Schwesig (SPD) verwies am Donnerstag darauf, dass im Land bereits strengere Vorschriften gelten würden als vom Bund vorgeschrieben. Die landesweit einheitlichen Hygienestandards und deren Umsetzung würden alle fünf Jahre von außen überprüft. Für Frühjahr 2012 kündigte die Ministerin zudem eine neue Landeshygieneverordnung an.
dpa


