18.05.2011

Tarifkonflikt - Verhärtete Fronten an der Charité

 

Die Tarifverhandlungen für die rund 10.000 nichtärztlichen Beschäftigten der Berliner Charité sind ins Stocken geraten. Statt des erwarteten Tarifabschlusses in der 12. Verhandlungsrunde am Dienstag gingen Arbeitgeber und Gewerkschaften ohne Einigung auseinander. Die Verhandlungsführer von Deutschlands größtem Universitätsklinikum, Direktor Matthias Scheller und der Ärztliche Direktor Prof. Ulrich Frei, warfen der Gewerkschaft Verdi vor, mit ultimativen Forderungen zur Nachbesserung der bisherigen Ergebnisse bis Mitternacht nicht fair zu verhandeln. Sie forderten Verdi auf, am Donnerstag (9.00 Uhr) an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

In einem Offenen Brief an die Gewerkschaft verwiesen Scheller und Frei darauf, dass die Arbeitgeber in den letzten Verhandlungsrunden bereits zu einer Vielzahl von Tarifforderungen Zusagen gemacht hätten, darunter zu einer Einmalzahlung von 300 Euro für das erste Halbjahr 2011 und zur Gestaltung des Bereitschaftsdienstes sowie des Zuschlags für Nachtarbeit nach den Regelungen des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (Kommunale Arbeitgeber).

Die Charité übermittelte in dem Brief zudem eine weiteres Angebot. Das Klinikum erklärte sich grundsätzlich bereit, auf die zum 1. Juli ins Auge gefasste Erhöhung der Monatsentgelte um 150 Euro weitere 50 Euro für die Gruppen EG 8a und 9a draufzulegen. Allerdings werden Kompensationen verlangt, wie aus dem der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden Schreiben hervorgeht.

Krankenschwestern, Pfleger, Techniker und anderes nichtärztliches Personal hatten die Charité Anfang Mai fünf Tage lang bestreikt. Die Gewerkschaften Verdi und dbb Tarifunion wollen den Anschluss an das bundesweite Tarifniveau erreichen.

Zudem wollen die Gewerkschaften in gesonderten Verhandlungen einen Tarifvertrag und deutliche Einkommensverbesserungen für die 2.500 Beschäftigten der bisher nicht tarifgebundenen Tochterfirma Charité Facility Management GmbH durchsetzen. Auch hier hatte es Arbeitsniederlegungen gegeben.

dpa