Sachsen: 377 Hausarztpraxen in Sachsen verwaist
In Sachsen fehlen derzeit 377 Hausärzte. Trotz steigender Arztzahlen sei die Versorgung vor allem auf dem Lande zunehmend schwieriger, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Dresden der Nachrichtenagentur dpa. Gründe seien die demografische Entwicklung, das hohe Durchschnittsalter der noch praktizierenden Mediziner und fehlender Nachwuchs. Im Kreis Torgau-Oschatz und dem Mittleren Erzgebirgskreis drohe sogar die Unterversorgung im hausärztlichen Bereich. Dort fehlten allein 17 beziehungsweise 12 Landärzte. Gefährdet sei die Versorgung auch in den Gebieten Hartha, Roßwein, Grünhainichen, Lengefeld, Wolkenstein und Beilrode.
Freistaat, Kassenärztliche Vereinigung und Krankenkassen fördern die Ansiedlung von Landärzten mit Studienbeihilfen. Zudem werden Investitionen bei der Gründung oder Übernahme einer Praxis mit bis zum 100.000 Euro Zuschuss gefördert. Allein für Torgau-Oschatz wurden so 17 Hausärzte gewonnen. „Ohne das Programm wäre das Loch noch tiefer", sagte der Ministeriumssprecher. Zudem erhalten derzeit 34 Studenten über maximal vier Jahre hinweg monatlich zwischen 300 und 600 Euro. Sie haben sich im Gegenzug vertraglich verpflichtet, nach Abschluss der Facharztausbildung für eine bestimmte Zeit in einem unterversorgten Gebiet zu praktizieren.
Die Zahl der Ärzte in Sachsen war 2010 weiter gestiegen. Nach der Statistik der Landesärztekammer arbeiteten am Jahresende landesweit rund 21.000 Mediziner und damit knapp 600 mehr als im Vorjahr. Der Bedarf an medizinischen Leistungen nimmt aber durch den wachsenden Anteil Älterer an der Bevölkerung zu.
dpa


