23.01.2012

Patientenverband kritisiert spanisches Knochenmarkspende-Modell

 

Der spanische Verband der Leukämiepatienten, Pelones Peleones, hat das Knochenmarkspende-System im Land kritisiert. Der Verband, dessen Mitglieder auf eine Knochenmarkspende warten, bezeichnete das System als „veraltet" und „nicht funktional". Das spanische Gesundheitsministerium solle das Spendensystem überdenken und zugeben, dass tiefgreifende Verbesserungen nötig seien, sagte ein Sprecher von Pelones Peleones am Freitag der staatlichen Nachrichtenagentur EFE.

Der Verband forderte die Regierung auf, die von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) in Spanien geführte Spendenkampagne zu genehmigen. Es solle aber garantiert werden, dass die Spenden Menschen weltweit zugute kämen. Mehr als 50% der in Spanien benötigten Knochenmarkspenden kommen nach Einschätzung des Verbandes aus Deutschland. Davon stamme die Hälfte von der DKMS. Spanien rangiere bei Knochenmarkspenden auf einem der letzten Plätze weltweit.

Die spanische Regierung hatte am Donnerstag eine Gesetzesänderung angekündigt. Demnach sollen ausschließlich die spanischen Behörden für die Sammlung von Knochenmark- und Stammzellen-Spenden zuständig sein. Zudem soll ein einheitliches, staatliches Register potenzieller Knochenmarkspender eingerichtet werden.

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) mit Sitz in Tübingen hatte in Spanien zu Spenden aufgerufen und war damit auf den Widerstand der dortigen Behörden gestoßen. Die staatliche Organisation für Transplantationen (ONT), die dem Gesundheitsministerium unterstellt ist, erklärte die Aktivitäten der DKMS für illegal.

dpa