07.12.2011

Medizin-Nobelpreisträger ehren toten Kollegen Steinman

 

Die beiden diesjährigen Medizin-Nobelpreisträger Jules A. Hoffmann aus Frankreich und Bruce A. Beutler aus den USA haben in Stockholm ihren kurz vor der Bekanntgabe verstorbenen Mitpreisträger Ralph Steinman geehrt. Bei einer Pressekonferenz vier Tage vor der feierlichen Verleihung der Nobelpreise sagte Beutler am Dienstag: „Ich glaube, Ralph hat irgendwie gewusst, dass er den Preis dieses Jahr bekommen würde."

Das Karolinska Institut hatte Anfang Oktober bei der Bekanntgabe nicht gewusst, dass der seit Jahren an Krebs erkrankte Steinman kurz vorher gestorben war. Nach Beratungen entschied die Nobelstiftung am selben Tag, dass der 1943 in Kanada geborene Forscher den Preis behalten soll, obwohl posthume Verleihungen nach dem Testament des Preisstifters Alfred Nobel eigentlich nicht möglich sind.

Hoffmann meinte in Stockholm, Steinman habe sich auf dem Feld der Immunologie „seit langem große Verdienste erworben". Alle drei hatten den mit zehn Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotierten Nobelpreis für ihre Leistungen bei der Erforschung des Immunsystems zuerkannt bekommen.

Beutler nannte Steinman einen „ungemein offenen und für wissenschaftliche Zusammenarbeit offenen Kollegen". Er sagte weiter: „Seine Familie sollte Trost in der Tatsache finden, dass er im Pantheon der Wissenschaft unsterblich ist."

Das Diplom sowie die Steinman zustehende Hälfte rpt Hälfte der Dotierung soll am Samstag seine Witwe aus der Hand von Schwedens König Carl XVI. Gustaf in Empfang nehmen. Hier erhalten auch die anderen Nobelpreisträger für Physik, Chemie, Wirtschaftswissenschaften sowie der schwedische Literaturnobelpreisträger Tomas Tranströmer ihre Auszeichnungen.

dpa