14.11.2011

Kassen wollen Onkologie-Pauschalen kürzen: BDI Niedersachsen gegen rigiden Sparkurs

Niedersachsens Krankenkassen wollen auf Kosten der Onkologie-Patienten sparen. Kein Verständnis hat der Landesverband Niedersachsen des Berufsverbandes Deutscher Internisten, BDI e.V., für die Forderung der Krankenkassen, die Onkologiepauschalen nach der Onkologie-Vereinbarung um 6,8 Prozent zu senken. BDI und KV Niedersachsen halten dies im Interesse der Patienten für nicht hinnehmbar.

Beide weisen darauf hin, dass der zusätzliche Bedarf an einer qualifizierten, ambulanten onkologischen Versorgung in Niedersachsen wegen der stark steigenden Patientenzahl zunehmen wird. Die Aufrechterhaltung eines der leistungsfähigsten Bereiche der ambulanten spezialärztlichen Krebsbehandlung sei eine Schlüsselfrage für die Zukunft der Gesundheitsversorgung.

Ziel der Onkologie-Vereinbarung ist die Förderung einer qualifizierten ambulanten Behandlung krebskranker Patienten in der kassenärztlichen Versorgung. Dadurch wird eine Alternative zur stationären Behandlung sichergestellt. Durch die einseitige Betonung ausschließlich wirtschaftlicher Interessen durch die Krankenkassen wird die Versorgungsqualität vernachlässigt und die Behandlung der Krebskranken gefährdet, stellt Dr. Thomas Schmidt, Vorsitzender des BDI-Landesverbands Niedersachsen, fest. Er fordert die Krankenkassen auf, von ihrer rigiden Haltung abzurücken und das Wohl der Kranken in den Vordergrund zu stellen.