Infektionszahlen durch Krankenhauskeime steigen
Die gemeldeten Infektionen durch resistente Krankenhauskeime in Nordrhein-Westfalen sind in der ersten Hälfte dieses Jahres stark angestiegen. Seit Jahresbeginn seien 585 Fälle registriert worden, teilte die Krankenkasse DAK in Düsseldorf mit. Das seien ein Drittel mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum (431). Die Behandlung resistenter Krankenhauskeime sei schwierig, da die üblichen Antibiotika nicht wirkten. „Zum Schutz der Patienten muss mehr Vorsorge in Kliniken betrieben werden", sagte Peter Mager, DAK-Vertragschef in NRW.
Vergangenen Freitag hatte der Bundesrat einem Gesetzespaket zugestimmt, das Klinikpatienten durch strengere Hygiene und mehr Personal vor tödlichen Infektionen schützen soll. Das Gesetz soll die Länder zur Verbesserung der Sauberkeit in Krankenhäusern verpflichten. Damit soll die Zahl von bundesweit bis zu 15 000 Toten im Jahr durch Klinikinfektionen gesenkt werden. Bis zu 600 000 Patienten infizieren sich nach Schätzungen in Kliniken jährlich mit Keimen. Eine Meldepflicht gibt es erst seit 2009.
Die DAK begrüßte das neue Gesetz. Zwar gebe es in NRW eine Verordnung, die im vergangenen Jahr aktualisiert worden sei, aber sie „greift offensichtlich noch nicht in vollem Umfang", sagte Mager. Generell müssten die Kliniken flächendeckend Patienten bereits bei der Aufnahme auf gefährliche Keime testen, forderte Mager. Sonst sei das Problem nicht in Griff zu bekommen. Dies sei aber im Gesetz nicht vorgeschrieben.
dpa


