Immer mehr illegale Arzneimittel in Hessen
Gefälschte Pillen und Pulver sind auf dem Vormarsch: 15.600 Pakete mit Arzneimitteln stoppte der Zoll im vergangenen Jahr in Hessen. Wesentlich mehr als in jedem anderen Bundesland, wie das Sozialministerium in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Grund für die hohen Zahlen sei der Frankfurter Flughafen als wichtiges Drehkreuz für Arzneimitteltransporte. Zudem würden immer mehr Konsumenten ihre Medikamente im Internet bestellen.
Im Jahr 2008 hatte der Zoll nur gut 1.028 Pakete aussortiert. 2009 waren es schon 13 750. Ein Anstieg der laut Sozialministerium teilweise auf die Verbraucher zurückzuführen ist. Denn Bestellungen von Arzneimitteln außerhalb Europas sind nur mittels Apotheken erlaubt. „Privatpersonen, die Arzneimittel zum Beispiel durch Internetbestellungen aus dem Ausland importieren, riskieren nicht nur ihre Gesundheit", warnte Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU). Vor allem bei Anbietern aus Asien hätten Untersuchungen des Regierungspräsidiums Darmstadt erhebliche Mängel nachgewiesen. Ein Verstoß würde auch mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren verfolgt. Im vergangenen Jahr ergingen in Hessen 12.500 Verwarnungs- und Bußgeldbescheide.
Für deutsche Verbraucher ist nur die Bestellung bei deutschen Versandapotheken und einigen anderen EU-Ländern gestattet. Grüttner kündigte an, das Thema illegaler Arzneimittelverkehr auch auf der Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK) 2011 zum Thema zu machen. Er selbst ist der Vorsitzender der GMK. Am 3. und 4. Mai wird sich die Amtschefkonferenz der GMK in Frankfurt am Main treffen. „Da diese Problematik nicht auf Hessen beschränkt ist, fordere ich das Bundesgesundheitsministerium auf, geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um dem Problem zu begegnen", sagte Grüttner.
dpa


