01.11.2011
Hartmannbund gegen „Industrialisierung" der Medizin
Der neue Vorsitzende der Ärzteorganisation Hartmannbund, Klaus Reinhardt, hat vor einer weiteren „Industrialisierung der Medizin" gewarnt. Dieser Prozess sei schon weit fortgeschritten, sagte der Bielefelder Arzt der Zeitung „Neue Westfälische" (Montag). In den Krankenhäusern würden immer mehr Patienten in immer kürzerer Zeit behandelt. Dies sei aber „nicht Schuld der Ärzte, sondern der betriebswirtschaftlich organisierten Geschäftsführungen".
Besonders kritisch beurteilt der am Samstag zum Vorsitzenden des Ärzteverbandes gewählte Reinhardt Zielvereinbarungen im Klinikbereich, die zum Beispiel festschrieben, wie viele Operationen in welchem Zeitraum stattzufinden hätten. „Dem muss mit Nachdruck Einhalt geboten werden", forderte Reinhardt. Insgesamt habe die Bürokratie im Arztberuf „abstruse Ausmaße" angenommen.
Zugleich forderte Reinhardt mehr Transparenz im Gesundheitswesen. „Wir sind der Auffassung, dass es besser wäre, der Patient bekäme für seine Behandlung eine Rechnung, die dann von der Kasse erstattet würde."
dpa


