Fünf Jahre Ethik-Komitees in der Altenpflege
Seit fünf Jahren beraten in Frankfurt Ethik-Komitees bei schwierigen Entscheidungen in der Altenpflege. Nach 50 Sitzungen haben die Träger am Mittwoch eine positive Bilanz gezogen. In Krankenhäusern gehören solche Gremien zum Standard - in der Altenpflege ist das Modell nach Angaben des Frankfurter Forums für Altenpflege dank seiner Breite deutschlandweit einmalig.
Das erste Komitee wurde nur für ein einzelnes Heim gegründet, in dem besonders viele schwer kranke oder sterbende Menschen leben. Dieses Projekt wurde für zwei Jahre von der Stiftung einer Bank finanziert. Später entstand daraus ein Netzwerk, das alle rund 40 Heime einbezieht und heute Teil des Programms „Würde im Alter" der Stadt Frankfurt ist.
Die Mitglieder arbeiten Leitlinien aus, organisieren Fortbildungen und bieten Einzelfallberatungen an. In den Komitees arbeiten bis zu 20 Personen mit: Pflegende, Mediziner, Mitarbeiter der Sozialdienste, Seelsorger, Juristen und Ethiker. Ziel ist es, „dass die Mitarbeiter an der Basis handlungssicherer werden".
„Wie in allen Bereichen gibt es auch in der Altenpflege eine Vielfalt an Wertvorstellungen", sagte einer der Mitbegründerinnen, Medizinethikerin Gisela Bockenheimer-Lucius. Einerseits will das Heim den Bewohnern ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen, andererseits muss es ihnen ein fremdorganisiertes Leben zumuten. „Der Konflikt zwischen Fürsorgepflicht und Autonomie muss täglich neu austariert werden".
dpa


