02.01.2012

Fast 300.000 neue Knochenmarkspender stehen bereit

295.000 Menschen haben sich 2011 bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) als potenzielle Stammzellenspender registrieren lassen. Das sei Rekord in der gut 20-jährigen Geschichte, teilte die Organisation in Tübingen mit. 4.700 Leukämie-Patienten wurde mit einer Stammzellenspende geholfen, 12% mehr als im Jahr 2010. „Die uneigennützige Hilfsbereitschaft ist großartig. Täglich können inzwischen mehr als zwölf DKMS-Spender durch ihre Spende Leben retten", sagte Geschäftsführer Stefan Winter.

Die DKMS ist den Angaben zufolge mit insgesamt 2,6 Millionen potenziellen Spendern die größte Knochenmarkspenderdatei weltweit. 30% aller Stammzellenspenden weltweit werden über die Organisation in Tübingen vermittelt.

Trotzdem warte noch immer jeder fünfte Leukämiepatient vergeblich auf eine passende Spende. „Der Kampf gegen Leukämie ist erst dann gewonnen, wenn wir für jeden suchenden Patienten einen passenden Spender gefunden haben", sagte Winter. Je mehr Menschen sich als potenzielle Spender registrieren ließen, desto größer sei die Chance, einem Patienten helfen zu können. Denn je nach Gewebemerkmalen findet sich für einen Leukämie-Patienten unter einer Million Menschen nur einer, der als Spender infrage kommt.

Allein in Baden-Württemberg haben sich in diesem Jahr 51.890 Menschen bei einer der Typisierungsaktionen in die Knochenmarkspenderdatei eintragen lassen. 760 Menschen aus dem Südwesten spendeten tatsächlich Stammzellen für einen sterbenskranken Menschen. In keinem Bundesland waren es mehr.

Dabei hat vor allem die größte Typisierungsaktion in der Geschichte der DKMS Ende Februar in Salem am Bodensee zu Buche geschlagen. 7.320 Menschen ließen sich registrieren. Sie alle wollten dem zweijährigen Lucas in seinem Kampf gegen die Leukämie helfen. Auch wenn bei der Aktion damals kein passender Spender gefunden wurde, konnte dem Jungen inzwischen mit einer Stammzellenspende geholfen werden. Ihm gehe es wieder deutlich besser, sagte eine DKMS-Sprecherin.

dpa