03.11.2011

Experte fordert nach Säuglingstod mehr Personal

 

Für bessere Hygiene in Krankenhäusern muss es nach Expertenansicht auch ausreichendes Personal geben. „Wir haben oft eine personelle Unterbesetzung, dann kann man manches nicht mehr so sorgfältig machen", sagte Klaus-Dieter Zastrow von der Gesellschaft für Krankenhaushygiene am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin" mit Blick auf den Tod von drei Frühchen in einer Bremer Klinik.

Es fehle gerade in den Frühchen-Stationen nicht an speziellem Wissen um Hygiene-Standards. Vielmehr sei das Personal meist überfordert, weil zu wenig Menschen sich um zu viel kümmern müssten. Ob das auch in Bremen der Fall war, sei aber noch unklar.

„Wenn das Personal zu knapp ist, geht die Infektionsgefahr rapide nach oben", sagte Zastrow. Das zeigten Studien. „Das ist filigrane Arbeit bei den Frühchen, da kann man nicht zwischen sechs Kindern hin- und herspringen."

Bei den verantwortlichen Keimen, die die Säuglinge das Leben kosteten, handle es sich um übliche Krankenhauskeime. „Aber diese kleinen Kinder haben praktisch keine Abwehrkräfte", sagte der Fachmann. In dem Bremer Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft - zurzeit werden in der Klinik keine Frühchen mehr aufgenommen.

dpa