28.11.2011
Der Contergan-Wirkstoff Thalidomid
Der Contergan-Wirkstoff Thalidomid führte - eingenommen in der Phase der Organ- und Extremitätenentwicklung - zur Schädigung der Embryonen. Der Hersteller, das Unternehmen Grünenthal, gibt an, dass die Folgen in den damals üblichen Tierversuchen nicht erkennbar gewesen seien. Es habe auch keinerlei Quellen für einen möglichen ursächlichen Zusammenhang gegeben.
Die Pharmakologin Beate Kirk stellte dagegen 1999 in ihrer Studie fest, in den 50er Jahren habe es bereits Veröffentlichungen über die schädigende Wirkung von Arzneimitteln auf das ungeborene Kind gegeben.
Nach der Marktrücknahme am 27. November 1961 erzielte Grünenthal nach eigenen Angaben mit Thalidomid keine Gewinne mehr. Thalidomid sei nach einem Übereinkommen mit der Weltgesundheitsorganisation WHO in den 70er Jahren zur Behandlung von Lepra abgegeben worden.
In den 90er Jahren sei der Stoff bei bestimmten Krebstherapien eingesetzt worden. Aus diesen Gründen habe Grünenthal Thalidomid bis Juni 2003 verfügbar gehalten.
dpa


