Das Sandoz-Unglück und die Folgen
Die Sandoz-Chemiekatastrophe vom 1. November 1986 hatte ein juristisches Nachspiel. Zwei Feuerwehrleute, die Löschwasser in den Rhein geleitet hatten, wurden nach dem Unglück zu Geldstrafen verurteilt. Der Firmenleitung war durch die Gerichte keine Verantwortung nachzuweisen.
Der Chemiekonzern Sandoz, der 1996 mit Ciba-Geigy zum Pharmariesen Novartis fusionierte, leistete Schadenersatzzahlungen in der Schweiz, in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden von insgesamt 42 Millionen Franken. Das sind umgerechnet rund 35 Millionen Euro. Den Schaden des Unglücks bezifferte der Konzern auf 141 Millionen Franken (115 Millionen Euro). 1987 stiftete er 10 Millionen Franken (rund 8 Millionen Euro) für einen Rheinfonds, der Forschungsprojekte über das Ökosystem des Rheins finanzierte.
Dauerhaft verletzt wurde bei dem Unglück niemand. Bei den Ärzten meldeten sich direkt nach dem Unfall insgesamt 1252 Patienten. Sie litten vor allem unter Reizungen der Atemwege und der Augen. Chemikalien waren nicht nur in den Rhein geflossen, sondern auch in die Luft gelangt. Alle Patienten konnten ambulant behandelt werden.
Der Brandort im Industriegebiet „Schweizerhalle" wird heute nicht mehr genutzt. Dort befindet sich eine Deponie, die aus den Rückständen des Chemiebrandes besteht. Nach Angaben von Umweltschützern lagern dort noch immer gefährliche Schadstoffe. Ein in der Nähe befindlicher Trinkwasserbrunnen der Schweizer Gemeinde Muttenz kann deshalb nur teilweise genutzt werden.
dpa


