Boehringer erhält EU-Zulassung für Gerinnungshemmer
Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat mit dem Gerinnungshemmer Pradaxa eine wichtige Hürde genommen. Die Europäische Kommission habe das Produkt für die Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern und Schlaganfallrisiko zugelassen, teilte Boehringer Ingelheim am Donnerstag mit. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im rheinland-pfälzischen Ingelheim am Rhein und seinen Hauptforschungsstandort in Biberach.
Auf dem weltweit größten Pharmamarkt, den USA, ist Pradaxa seit Herbst 2010 bereits zugelassen und hat damit einen klaren Vorsprung vor Bayer mit seinem Konkurrenzmittel Xarelto. Der Wirkstoff Dabigatranetexilat ist seit 2008 in der Europäischen Union in einer kleineren Indikation nach Hüft- oder Kniegelenksoperationen zugelassen. Die Ausweitung der Zulassung dürfte für einen Umsatzschub mit Pradaxa sorgen.
Vorhofflimmern ist laut Boehringer Ingelheim die häufigste Herzrhythmusstörung. Menschen mit diesen Symptomen hätten ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel und dadurch ein bis zu fünffach erhöhtes Schlaganfallrisiko. „Jeder hundertste Mensch leidet bei uns an Vorhofflimmern, bei den über 80-Jährigen ist es sogar jeder Zehnte", teilte Professor Martin Grond, Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, am Donnerstag mit.
Pradaxa soll bei Boehringer in den kommenden Jahren für kräftiges Wachstum sorgen. Der Umsatz war 2010 wegen der Konkurrenz von Nachahmermitteln und Belastungen durch die Gesundheitsreform von 12,72 Milliarden im Vorjahr auf 12,58 Milliarden Euro zurückgegangen.
dpa


