21.10.2011

Bischöfe: Freiwilligkeit bei Organspenden oberstes Gebot

Für Bayerns Bischöfe ist das Prinzip der Freiwilligkeit bei Organspenden oberstes Gebot. «Es muss klar sein, dass niemand zu etwas gezwungen wird», sagte der Münchner Kardinal Reinhard Marx am Donnerstag zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Freisinger Bischofskonferenz. Die Freiwilligkeit ist nach Überzeugung von Marx auch bei der derzeit in Deutschland diskutierten sogenannten Entscheidungslösung gewahrt. Bei diesem Modell soll jeder Bürger mindestens einmal im Leben gefragt werden, ob er Organspender werden will oder nicht. Dies könnte zum Beispiel bei der Beantragung von Ausweisen geschehen.

Marx betonte, es dürfe auch kein psychischer Druck auf diejenigen ausgeübt werden, die in einer schwierigen Situation über eine Organentnahme entscheiden müssen. Die Kirche müsse den Menschen beistehen, die in einer Konfliktsituation über eine Organspende entscheiden müssen, sagte Marx als Vorsitzender der bayerischen Bischofskonferenz. Vor allem in den Krankenhäusern suche die Kirche daher nach Wegen, wie sie dieser Aufgabe mit den Seelsorgern gerecht werden kann.

Marx selbst hat noch keinen Organspenderausweis, wie er sagte. Er sei aber durch die Diskussion der vergangenen Monate nachdenklich geworden und wolle seine Position überdenken.

dpa