Atembeschwerden durch Pflanzenschutzmittel
Ein Pflanzenschutzmittel für Raps hat bei Einwohnern in Ostvorpommern zu Atembeschwerden geführt. Außerdem klagten sie über Geruchsbelästigungen und Verfärbungen von Pflanzen in Gärten, teilte das Agrarministerium in Schwerin am Mittwoch mit. Untersuchungen in dem Landwirtschaftsbetrieb, der das Mittel Colzor Trio mit dem Wirkstoff Clomazone einsetzte, hätten kein Verschulden des Unternehmens ergeben. Alle rechtlichen Vorgaben und die Anwendungshinweise seien vollständig beachtet worden. Dennoch sei das Mittel von der Rapsfläche verweht worden.
Agrarminister Till Backhaus (SPD) bezweifelt, dass Clomazone für den Menschen ungefährlich ist. „Es ist bereits zum wiederholten Mal zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach der Anwendung dieses Wirkstoffs gekommen." Er werde sich umgehend an den Bund wenden und eine erneute Überprüfung des Wirkstoffes anregen, kündigte er an. Gegebenenfalls müsse man die Zulassungs- und Anwendungsbestimmungen anpassen. Er werde Bundesministerin Ilse Aigner (CSU) bitten, das Bundesinstitut für Risikobewertung mit einer neuen Bewertung des Pflanzenschutzmittels zu beauftragen.
Nach Angaben des Gemeinsamen Giftinformationszentrums der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stehen die gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht mit der Anwendung des Pflanzenschutzmittels im Zusammenhang, eine Gesundheitsgefährdung liege nicht vor.
Der Agrarbetrieb erklärte laut Ministerium inzwischen, in Zukunft freiwillig auf den Einsatz dieses Mittels in unmittelbarer Nähe zum Dorf zu verzichten. Der Vorfall tue ihm leid. Um welchen Betrieb es sich handelt, teilt das Ministerium nicht mit.
dpa


