Ärztestiftung eröffnet Praxis mit Österreichern
Die Thüringer Ärztestiftung stellt zur Linderung des Medizinermangels im Freistaat zwei Österreicher ein. Die Mediziner sollen von Januar an in der ersten eigenen Arztpraxis der Stiftung arbeiten, wie sie am Montag mitteilte. Die Praxis besteht bereits seit mehr als zwei Jahren, wird bislang aber von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen betrieben.
Die KV hatte dafür zunächst sechs bereits in den Ruhestand gegangene Mediziner reaktiviert. Inzwischen arbeiten hier nur noch drei Arztsenioren. In Thüringen werden gegenwärtig 258 Hausärzte gesucht, darunter 23 in Gotha und Umgebung. Der Freistaat wirbt seit einigen Jahren um österreichische Ärzte.
Die Stiftung übernehme die Einrichtung von der KV, sagte Stiftungsgeschäftsführer Jörg Mertz der Nachrichtenagentur dpa. Die zwei angestellten Mediziner sollten die Führung einer Praxis lernen, Ziel sei die spätere Niederlassung. Dass sich keine Ärzte aus Thüringen für die beiden Stellen gefunden hätten, sei auch ein Beleg für die Engpässe bei Medizinern, sagte Mertz. „Um die zu beheben, ist die Stiftung ja gegründet worden."
Die 2009 von Land und KV gegründete Stiftung zur Förderung der ambulanten ärztlichen Versorgung in Thüringen vergibt unter anderem Stipendien an Mediziner in der Facharztausbildung. Im Gegenzug müssen sich diese verpflichten, vier Jahre in Thüringen zu arbeiten. Derzeit gibt es 43 Stipendiaten.
In Thüringen scheiden nach KV-Daten bis zum Jahr 2020 mehr als 800 Hausärzte aus Altersgründen aus. Der Bundestag hatte in der vergangenen Woche ein Gesetz gegen den Landarztmangel beschlossen, das junge Mediziner vor allem mit mehr Geld in ländliche Regionen locken will.
dpa


