Ärztenetz in Verdacht - Aufwendige Auswertung
Nach der Razzia bei einem mutmaßlich kriminellen Ärztenetz im Westerwald im März dauert die Auswertung der Unterlagen noch an. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Koblenz werde dies auch «noch einige Zeit in Anspruch nehmen», sagte der rheinland-pfälzische Justizminister Jochen Hartloff (SPD) am Donnerstag im Sozialpolitischen Ausschuss des Mainzer Landtags. Im März seien zwei Firmen, einige Arztpraxen und mehrere Wohnungen durchsucht worden - insgesamt 13 Objekte.
Mitglieder des Ärztenetzes stehen im Verdacht der Bestechlichkeit. Sie sollen ihren Patienten bevorzugt Arzneimittel von solchen Firmen verordnet haben, von denen sie Zuwendungen erhielten. Damit hebelten sie offensichtlich die sogenannte aut-idem-Regelung aus, mit der Geld gespart werden soll. Sie sieht vor, dass Ärzte nur den Wirkstoff, nicht aber ein konkretes Präparat von einem bestimmten Hersteller verschreiben. In Ausnahmefällen dürfen Ärzte dies aber auf dem Rezept ausschließen.
dpa


