19.01.2012

Ärzte: „Bürokratitis" stoppen

 

Niedergelassene Ärzte haben ausufernde Bürokratie und Verwaltungskosten im Gesundheitswesen kritisiert. Die „desaströse Entwicklung" gehe zu Lasten von Patienten und Medizinern, kritisierte die Freie Ärzteschaft in Düsseldorf. Zu den großen Baustellen im kriselnden Gesundheitswesen gehöre es, die bestehende „Hyperregulierung" zu stoppen, forderte Verbandspräsident Martin Grauduszus. Die Bundesregierung müsse ihr 2006 beschlossenes Bürokratie-Abbauprogramm endlich umsetzen.

Verbandsvize Wieland Dietrich sagte, zum Alltag des Mediziners gehöre ein lähmender Verwaltungsaufwand mit Abrechnungen nach einem inzwischen kaum noch durchschaubaren System. Das bedeute finanzielle Einbußen für den Arzt - und der Patient bleibe am Ende auf der Strecke, weil für seine Behandlung immer weniger Zeit übrig sei.

Einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney zufolge habe der gesamte Verwaltungsaufwand im Gesundheitswesen für das Jahr 2010 eine Summe von über 40 Milliarden Euro verschlungen, zitierte Dietrich. Rund 68% seien davon durch die Gesetzliche Krankenversicherung verursacht. Entgegen der Angaben der Krankenkassen versickere fast ein Viertel der Gesundheitskosten in einer „krebsartig wuchernden Bürokratitis". Die Freie Ärzteschaft - eine politische Organisation mit rund 2500 Ärzte-Mitgliedern - plädiert daher als zweite Säule für ein direktes Vertragsverhältnis zwischen Arzt und Patienten.

dpa