Ärzte beraten über Versorgung im Katastrophenfall
Wie können im Katastrophenfall Hunderte oder gar Tausende von Menschen medizinisch versorgt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich in der nächsten Woche der Chirurgenkongress in München.
Der Super-Gau, ein starkes Erdbeben, ein Terroranschlag: Nicht erst seit dem Reaktor-Unglück in Japan wird viel über Katastrophen geredet. „Viele Menschen fragen sich, ob sie in Deutschland sicher sind und im Fall eines Unglücks mit schneller Hilfe rechnen können", sagte Axel Haverich, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Ärzte, Rettungsassistenten und Angehörige der Bundeswehr wollen daher in München über die Thematik diskutieren.
Dazu werden sich Experten aus der ganzen Bundesrepublik auf dem Chirurgenkongress in München (3. bis 6. Mai) mit den Strukturen der Katastrophenhilfe auseinandersetzen. „Fälle wie der verheerende Hurrikan "Katrina" in New Orleans oder das Zugunglück in Eschede 1998 haben uns gezeigt, wie wichtig eine schnelle medizinische Versorgung nach einer solchen Katastrophe ist", sagte Haverich. „Für uns warf sich die Frage auf, ob Deutschland wirklich so gut aufgestellt ist, wie wir denken." Auf dem Kongress treffen sich unter anderen Unfallchirurgen, Katastrophenmediziner und Angehörige der Bundeswehr, um bestehende Strukturen zu analysieren. Dabei soll vor allem über neuen Kommunikationstechniken gesprochen und Erfahrungen ausgetauscht werden.
Entscheidend sei, wie gut alle Beteiligten bei der Rettung und Versorgung zusammenarbeiten. „Nach der Elbe-Jahrhundertflut 2002 war klar, dass die Absprachen verbessert werden müssen", sagte der Chirurg. Vor allem die regionalen Unterschiede in der Ausstattung von Krankenhäusern oder beim medizinischen Personal sollen aufgedeckt werden. „Im Notfall hätten wir zum Beispiel nicht genügend Bestecke zum operieren." Auch Informationsnetzwerke müssten geprüft werden. „Vor dem Hintergrund der Terrorwarnungen im letzten Jahr fühlten wir uns nicht so richtig informiert", sagte Haverich. Auf dem Expertentreffen wird auch über positive Beispiele gesprochen. So habe beispielsweise die Hilfe nach dem Tsunami in Japan gut funktioniert.
dpa


